Neueste Artikel

Purpose-Exploration: gestern-heute-morgen

Purpose-Exploration in Aktion: gestern-heute-morgen

Wer Transformationen, Strategie-Arbeit oder Change-Projekte aus der Prozess-Sicht betrachtet, richtet den Blick stärker auf das Wandelnde, das Werdende und Weichende sowie auf die Kräfte, Dynamiken und Muster, die am Werk sind. Um die eigene Wahrnehmung und die aller Beteiligten für die größere Entwicklungsreise zu sensibilisieren ist es hilfreich, die drei Zeitperspektiven Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft heranzuziehen. Dabei zeigt sich ein erstes grobes Narrativ einer Transformationsreise. Solche Erzählungen sind wichtig, um das eigene Warum und Wozu zu überprüfen und es zu einem späteren Zeitpunkt in geschärfter Form einem erweiterten Kreis an Beteiligten erzählen zu können. Die Integration der drei Zeiten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist daher in hohem Maße sinnstiftend und hilft bei der Suche nach einem Purpose. Bei dieser Purpose-Suche ist jedoch weniger das konkrete Ergebnis im Sinne eines Dokuments wichtig, sondern der Prozess der gemeinsamen Suche. In diesem Artikel möchte ich zunächst das Workshop-Tool “Gestern-heute-morgen” vorstellen, das uns in letzter Zeit gute Dienste geleistet hat, und anschließend ein paar kurze Einlassungen zur Dreifaltigkeit der Zeit, dem Narrativ in Transformationsprozessen und Purpose machen.

Teil 1: Das Workshop-Tool “Gestern-heute-morgen”

Wie das Workshop-Tool entstanden ist

Im Frühjahr 2018 habe ich zusammen mit Stefan Deutsch ein Soziodrama im Rahmen unserer Ausbildung an der Soziodrama-Akademie geleitet. Stefan und ich wollten erkunden, wie das Soziodrama eine größere Bekanntheit bekommen kann. Dafür haben wir das Setting einer Party gewählt. Das Soziodrama sollte eine Geburtstagsparty ausrichten. Gemeinsam mit den Teilnehmern haben wir zunächst überlegt, wen das Soziodrama wohl einladen würde. Dafür haben Stefan und ich drei Stühle in die Raummitte geschoben. Ein Stuhl repräsentierte das Soziodrama der Vergangenheit, ein Stuhl stand für das Soziodrama der Gegenwart und ein Stuhl für das Soziodrama der Zukunft. Die Teilnehmer nahmen nach Lust und Laune auf den Stühlen Platz, und wir haben aus jeder Epoche des Soziodramas “Freunde” in Form von Methoden oder Theorien eingeladen. Anschließend hat sich jede und jeder Teilnehmer*in aus der “Einladeliste” eine Methode bzw. Theorie ausgesucht, sie als Rolle eingenommen und sich ein Geschenk für das Soziodrama überlegt. Dann begann das Spiel. Es wurde in der Tat ein rauschendes Fest. Es war interessant zu sehen, wer zur Party kam (und wer nicht), welche Geschenke mitgebracht und welche Gespräche geführt wurden. 

In der anschließenden Reflexion haben wir dann einerseits die Party als ein gutes Soziodrama-Setting identifiziert. Andererseits bekamen wir positive Rückmeldungen für die Arbeit mit den drei Zeiten, die es leicht gemacht hat, das Soziodrama und seine Bezüge zu anderen Theorien und Methoden herzustellen und weiterzudenken. Seither nutze ich das Werkzeug regelmäßig in Workshops und manchmal auch im Soziodrama. Ich habe die ursprüngliche Idee für Workshops weiterentwickelt und ein wenig formatiert. Wer das ursprüngliche Set-Up der Soziodrama-Geburtstagsparty miterleben will, hat vom 24.-28. Juni 2020 auf der 7th International Sociodrama Conference in Lissabon eine Gelegenheit dazu. Dort werde ich die Soziodrama-Geburtstagsfeier als Session anbieten. Darauf freue ich mich sehr. 

Warm-Ups

Workshop-Tool gestern-heute-morgen zur Purpose-Exploration in Aktion

Wie bei jeder soziodramatischen Arbeit ist es ratsam, mindestens ein kleines Warm-Up zu machen. Eine Möglichkeit für zwei kurze Warm-Ups wären zum Beispiel diese beiden:

Meilenstein-Begegnungen

Die Teilnehmer*innen laufen durch den Raum. Dabei sollen sie sich geistig die verschiedenen Meilensteine vergegenwärtigen, die sie in diesem Unternehmen erlebt haben und die für sie wichtig waren. Jedes Mal, wenn sie einen solchen Meilenstein identifiziert haben und einer anderen Teilnehmerin oder einem anderen Teilnehmer begegnen, bleiben beide kurz stehen, nennen ihren Meilenstein und einen Satz dazu. Anschließend gehen beide weiter und treffen auf neue Gruppenmitglieder. Wichtig ist, dass die Begegnungen und Sätze kurz bleiben. Nach vier bis fünf Minuten ist die Übung vorbei. 

Szenario-Archetypen

Das zweite Warm-Up baut auf den Szenario-Archetypen von James Dator vom Hawaii Research Center for Futures Studies of the Political
Science Department of the University of Hawaii at Manoa
auf. Die vier Raumecken entsprechen jeweils einem der vier Archetypen: kontinuierliches Wachstum, Niedergang/ Kollaps, Balance/ stabile Position, Transformation/ Neuausrichtung. Hier eignen sich Bodenanker – also Schilder auf dem Fußboden. Die Anwesenden laufen die vier Raumecken ab und überlegen still, welche Themen und Akteure sich zukünftig in welchem Quadranten wiederfinden könnten. Abschließend suchen sich alle jeweils eine Rolle und sagen ein Statement aus dieser Rolle: “Ich bin ein älterer Manager. Ich habe gerade meinen Job verloren und mache mir Sorgen, inwiefern meine Fähigkeiten noch gebraucht und gewertschätzt werden.” Diese Übung dauert fünf bis zehn Minuten.

Der Ablauf

Zunächst führe ich die drei Zeiten ein und platziere Bodenanker für die Vergangenheit (gestern), Gegenwart (heute) und Zukunft (morgen) an drei Orten im Raum. In der Vorbereitung habe ich mir bereits den passenden Bezugsrahmen gewählt. Bei einem Offsite der Geschäftsleitung kann beispielsweise das Unternehmen ein guter Bezugsrahmen sein (aber auch das Management-Team oder die Branche wären eine sinnvolle Variante). Nun weise ich die Teilnehmer*innen darauf hin, dass sie für diese drei Zeiten in Kollektivrollen schlüpfen werden. Um im Beispiel zu bleiben: Ein Drittel der Teilnehmer*innen würde die Rolle des Unternehmens der Vergangenheit einnehmen, ein Drittel die Rolle des Unternehmens der Gegenwart und das letzte Drittel die Rolle des Unternehmens der Zukunft.

Die Aktionsphase

Workshop-Tool gestern-heute-morgen zur Purpose-Exploration in Aktion

Runde 1: Die Teilnehmer*innen teilen sich gleichmäßig auf die drei Felder auf. Über Introspektions-Fragen (siehe unten) denken und fühlen sie sich in ihre jeweilige Kollektivrolle sowie deren Beziehungen zu den anderen beiden Rollen ein. Manchmal empfiehlt es sich, die Teilnehmer in einen körperlichen Ausdruck der Rolle gehen zu lassen und eine Skulptur der Rolle zu zeigen. Jede/r Teilnehmer/in spricht ein Statement aus der jeweiligen Rolle. 

Dann folgt ein kollektiver Rollenwechsel in Richtung Zukunft,

Exkurs: Introspektionsfragen

Introspektionsfragen sind Fragenkaskaden an eine Gruppe. Die Antworten auf die Fragen werden nicht geteilt und gemeinsam diskutiert. Nach jeder Frage folgt ein Moment der Stille und der inneren Beantwortung. Insbesondere im Soziodrama nutze ich gern Introspektionsfragen, um Menschen schnell tief in eine Rolle zu führen. Dann stelle ich z.B. Fragenkaskaden wie diese

  • Wer bist Du?
  • Wer oder was sind die Teile aus denen Du bestehst?
  • Und wer oder was in Deinem Umfeld ist wichtig?
  • Welche Werte und Prinzipien hast Du? Und warum?
  • Woran machst Du diese Werte und Prinzipien fest?
  • Worauf bist Du stolz?
  • … und was verschweigst Du lieber?
  • Worüber hast Du zuletzt gelacht?
  • … und worüber hast Du Dich zuletzt geärgert?
  • Wie ist Deine Verfasstheit gerade?
  • Wo bist Du gerade?

Runde 2: Die Teilnehmer*innen aus der Vergangenheit kommen in die Rolle der Gegenwart. Die Teilnehmer*innen aus der Gegenwart schreiten in die Zukunft. Und die Teilnehmer*innen aus der Zukunft springen zurück in die Vergangenheit. Über Rolleninterviews mit den drei Kollektivrollen hole ich weitere Stimmen in den Raum. Dabei frage ich z.B. nach den jeweiligen Beziehungen der drei Kollektivrollen oder inwiefern sie einander etwas sagen, raten, empfehlen oder fragen wollen. Es folgt ein kollektiver Rollenwechsel nach dem gleichen Prinzip wie zuvor. 

Runde 3: Die Teilnehmer*innen gehen in ihren jeweiligen Rollen in kurze, parallel-laufende Paar-Dialoge innerhalb ihres Zeitfeldes und unterhalten sich aus ihren jeweiligen Rollen zu zweit miteinander. Die Teilnehmer der Vergangenheit sprechen in Paaren miteinander, ebenso die der Gegenwart und der Zukunft. Worüber genau gesprochen wird, überlasse ich den Teilnehmern an dieser Stelle selbst. 

Workshop-Tool gestern-heute-morgen zur Purpose-Exploration in Aktion
Gestern-heute-morgen im Rahmen eines Führungskräfte-Offsites

Runde 4: Währenddessen rücke ich drei Stühle in die Mitte. Aus jedem Zeitfeld nimmt ein Vertreter auf dem Stuhl Platz. Ein spontaner Dialog zwischen dem Unternehmen der Zukunft, der Gegenwart und der Vergangenheit entspinnt sich. Die übrigen Teilnehmer ergänzen über Doppeln die Gedanken, Gefühle und Handlungsoptionen der Rollen. Oder Teilnehmer übernehmen die Rollen der anderen über ein sogenanntes Tagging.

Das Sharing

Im Sharing geht es dann zunächst um die Erfahrungen und Erlebnisse, die jede und jeder in den drei Rollen gemacht hat. Dabei geht es nicht so sehr um eine Bewertung, sondern um das was man fühlen und spüren konnte. Anschließend öffne ich für eine größere Diskussion mit einer Frage wie: Was hat dieses Spiel bei Dir angestoßen? Oft beende ich die Session damit, dass die Teilnehmer für dieses Session einen Titel oder eine Überschrift notieren.

Generative Scribing von Marie-Pascale Gafinen bei einem internen Soziodrama u.a. mit Gestern-heute-morgen bei quäntchen+glück

Organisatorisches

  • Dauer:  ca. 60 Minuten. 
  • Zahl der Teilnehmer*innen: 1-n
  • Material: Bodenanker gestern, heute, morgen; Stühle

Teil 2: Versuch einer Einordnung

Die Dreifaltigkeit der Zeit

In der Strategiearbeit, in Transformationen oder auch der Projektarbeit wird die Zukunft gern als Hilfsmittel herangezogen. Über die Formung neuer Zukunftsbilder will man zu einem anderen Handeln in der Gegenwart kommen. Oder man definiert Ziele oder Ergebnisse für einen Zeitraum X. Dabei wird häufig nicht nur die Vergangenheit ausgeblendet, auch die subjektive Wahrnehmung der Zeit bleibt unberücksichtigt. Denn wie wir uns bestimmte Zukünfte vorstellen, wird nie deckungsgleich mit der tatsächlich eintretenden Zukunft, also sozusagen einer in der Zukunft liegenden Gegenwart sein. Ähnliches gilt für die Vergangenheit. Das Spannende an der Zeit ist jedoch, dass es in jedem einzelnen Moment für jeden Menschen drei subjektive Zeiten gibt, die wechselseitig aufeinander wirken. Das ist die Dreifaltigkeit der Zeit: Wir haben zu jedem Zeitpunkt Vergangenheiten anwesend – über unsere Erinnerungen, Erfahrungen, Werte, Routinen, vorangegangene Entscheidungen und Pfadabhängigkeiten. Uns begegnen immer die konkreten Kräfte, Dynamiken, Ressourcen, Dringlichkeiten und Opportunitäten des Hier und Jetzt. Und wir haben Zukunftserwartungen und -bilder, die unsere heutigen Entscheidungen wesentlich prägen. Indem wir den Blick allein in die Zukunft richten, verengen wir den Blick auf Zukunftsentscheidungen und übersehen die Wirkmächtigkeit der beiden anderen Zeitperspektiven. Zugleich vermeiden wir eine Bewertung der drei Zeiten, wie es zum Beispiel das Futures Triangle von Sohail Inayatullah macht. Dort geht es um den Ballast der Vergangenheit, den Schub oder das Momentum der Gegenwart sowie den Sog aus der Zukunft.

Beim “Gestern-heute-morgen” nehmen die Teilnehmer*innen ihr Bezugsobjekt aus allen drei Zeitperspektiven wahr. Gleichzeitig hat jede und jeder Teilnehmer*in andere Vorstellungen, wählt andere Bezüge zu Vergangenheiten, Gegenwarten und Zukünften. Mit dieser Übung richten die Teilnehmer*innen ihre Wahrnehmung auf eine längere gemeinsame Reise, die irgendwann vorher begonnen hat und irgendwo anders hinführen wird. Es geht nicht so sehr um die einzelnen Stationen dieser Reise wie auf einem Zeitstrahl, sondern um die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses. Durch das Spiel mit den Rollen durchdringen die Teilnehmer*innen diese Zeitreise nicht nur kognitiv, sondern auch emotional und körperlich. Sie fühlen und erfahren es.

Das Narrativ in den Blick nehmen

Wenn wir uns die drei subjektiven Zeitvorstellungen, die in der Gegenwart wirken, bewusst werden, dann bekommen wir einen weiten Blick auf den Transformationsprozess. Nicht so sehr im Sinne eines konkreten Verlaufs, denn eine Erinnerung und Exploration, woher wir kommen, was uns wichtig ist, wo wir gerade stehen und wohin die Reise gehen könnte.

Indem wir den Blick nicht nur in die Zukunft richten, sondern auch die Vergangenheit und Gegenwart hinzuziehen, gewinnen wir eine Idee von den verfügbaren Fähigkeiten und Ressourcen und werden uns bewusst, wie sich das Neue vom Alten unterscheiden soll. Ein erstes Narrativ im Sinne einer sinnstiftenden Erzählung über den Wandel beginnt sich in groben Zügen zu zeigen. Die Suche nach dem Titel bzw. einer Überschrift ist die abschließende Zuspitzung und inhaltliche Bündelung dieser Übung. Insgesamt entsteht über diese Übung keine feinformulierte und fertige Storyline und vermutlich auch nicht der finale Titel der Transformationsstory. Vielmehr liefert sie einen Steinbruch guter Versatzstücke einer Story. Solche Narrative und Begrifflichkeiten sind für ein Transformationsvorhaben von großer Bedeutung. Sie sind Möglichkeiten, das große Ganze gut zu erinnern, den Überblick angesichts hoher Eigendynamiken zu behalten und das Vorhaben anderen zu vermitteln.

Und was hat das alles mit Purpose zu tun?

Purpose-Übersicht
Quelle: Johannes Ries „Purpose – Plädoyer für eine lebensdienliche Wertstiftung“

Purpose ist ja gerade ein beliebtes Thema bei Führungskräften. In letzter Zeit kamen viele Auftraggeber mit dem Wunsch zu uns, den eigenen Purpose zu klären, eine Vision zu entwickeln, den eigenen Nordstern zu finden oder den Golden Circle zu bearbeiten. Dabei tauchte immer wieder die Frage mit Why bzw. “Warum gibt es uns?” einerseits und der Vision bzw. dem “Wozu gibt es uns?” andererseits auf. In diesem wunderbaren Artikel verknüpft Johannes Ries die Fragen nach dem Warum und Wozu zu Purpose. So gehe es sowohl retrospektiv darum, das eigene Handeln zu reflektieren und die lebendige Wertebasis zu identifizieren (Warum), als auch prospektiv die lebensdienliche Wertschöpfung für Mitmensch, -geschöpfe und -welt zu identifizieren (Wozu), um daraus zu einer Gestaltung des Handelns für den Moment zu kommen.

Es geht bei der Purpose-Suche also um die Verbindung aus Rück- und Vorschau, um eine Aktualisierung von Werten und eine Benennung von Wertstiftung. Genau hierfür kann auch das Workshop-Tool “Gestern-heute-morgen” einen hervorragenden ersten Aufschlag liefern.

Spannend an dem Purpose-Konzept von Johannes Ries ist aber auch die Prozesslogik dahinter. Es geht nicht darum, einmal einen Purpose zu definieren, der von da an für alle Zeiten gültig und aufgeschrieben ist. Vielmehr ist der gemeinsame Prozess der Reflexion und Vorausschau essentiell. Wie so häufig, ist der Weg das Ziel. Zudem ist diese Überprüfung etwas, das regelmäßig aktualisiert werden sollte, um die Dynamiken, Komplexitäten und Brüche zu berücksichtigen. Die Übung “Gestern-heute-morgen” lässt sich daher nicht nur als Auftakt für anstehende Transformations-, Strategie-, Change- oder andere Prozesse nutzen, um gemeinsam in Resonanz zu gehen. Auch mitten in solchen Vorhaben oder auch zum Ende eignet sie sich gut, z.B. im Rahmen von Meta-Retrospektiven.

agile-agenda-workshop-kanban

Agile Agenda – oder: Workshop-Agenda à la Kanban

Schon mal erlebt, dass deine Agenda im Verlaufe eines Workshops spätestens ab der Mitte nicht mehr genauso aussah, wie geplant? Dann ist dieser Artikel etwas für dich: Denn darin geht es darum, wie du deine Agenda als Kanban-Board gestalten und damit Struktur in komplexe, sich dynamisch entwickelnde Workshops bringen kannst. Die agile Agenda hilft uns, einen Rahmen für uns und die Teilnehmer zu setzen, der Unsicherheit im Was mit Sicherheit im Wie begegnet.

Wir wissen dabei nicht, was wir wie lange bearbeiten werden, aber wir einigen uns mit der agilen Agenda auf ein strukturiertes Vorgehen, das es leicht macht, im Workshop vier Werte zu leben: Transparenz, Partizipation, Flexibilität und Zielorientierung.

Weiterlesen
GenerativeScribing Klima-Soziodrama1 Marie-Pascale Gafinen

Transformationsprozesse mit Generative Scribing visualisieren

Generative Scribing ist ein innovativer Visualisierungsansatz aus dem Kontext der Theory U. Es geht darum, die Meta-Ebenen visuell herauszuarbeiten, also die übergeordneten Muster, Stimmungen, Dynamiken und entstehenden Zukunftspotenziale sichtbar zu machen. Unser Gast Marie-Pascale Gafinen führt uns ins Generative Scribing ein und zeigt die Unterschiede zum Graphic Recording auf. Im gemeinsamen Gespräch reflektieren wir den Einsatz des Generative Scribing im Soziodrama und in der Begleitung von Transformationsprozessen.

Weiterlesen
Liberating Structures Titelbild

Lebendiges Miteinander mit Liberating Structures

Zusammenkünfte von Menschen sind zu häufig zäh, anstrengend und ohne konkrete Resultate. Wer dagegen erlebt, wie mühelos und ergebnisreich ein Treffen mit Liberating Structures verläuft, ist schnell von ihnen überzeugt. In den Mikrostrukturen steckt aber noch mehr als eine Handhabe für bessere Meetings. Mit diesem Artikel will ich einen Einblick geben in vier Jahre intensive Nutzung und Verbreitung und teilen, warum die Liberating Structures alle bereichern können, die sich auf den Weg gemacht haben, Arbeiten und Miteinander neu zu definieren.

Weiterlesen
Organisationen in der Klimakatastrophe Soziodrama1 transformation Von gigantischem bewegt werden

Wie die Klimakatastrophe die Transformation von Organisationen prägt

Review des 1. Soziodrama zu “Organisationen in der Klimakatastrophe”

Kurz vor den Sommerferien folgten ca. 20 Menschen unserer Einladung zum 1. Soziodrama „Organisationen in der Klimakatastrophe“. Es war ein emotions- und erkenntnisreicher Nachmittag, in den wir einen Einblick bieten wollen. Wir wollen unsere Beweggründe für unser Klima-Engagement erklären, das methodische Vorgehen darlegen sowie eine Einordnung der jeweiligen Ergebnisse anbieten.

Wie es dazu kam

Nachdem mich das Thema Nachhaltigkeit und Klimawandel als Zukunftsforscher vor etwas mehr als 10 Jahren intensiv beschäftigt hat, habe ich es in den letzten Jahren eher aus den Augen verloren. Das änderte sich durch eine lange Zugfahrt am 1. Mai, auf der Valentin und ich zufällig Wolfgang Wopperer-Beholz trafen. Wolfgang ist einer der Gründer des Hamburger Betahauses, war Gesellschafter von Mindmatters und Entwickler des Product Fields. Wir sind seit langer Zeit eng inhaltlich miteinander verbunden. Wolfgang hat es im Sommer 2018 nach London verschlagen, und dort mischt er seit einiger Zeit bei der Extinction Rebellion mit. Allen Greta-Auftritten zum Trotz – erst durch dieses Gespräch hat die Klimakatastrophe für mich wieder an Wichtigkeit und Dringlichkeit erfahren und ich habe erstmals wieder ein Momentum in Sachen Klimapolitik gespürt. Mir wurde meine eigene Verdrängung bewußt und deutlich, dass unser Überleben als Menschheit gerade auf Messers Schneide steht und schnell Großes passieren muss, um unseren Kindern eine lebenswerte Welt zu hinterlassen.

Organisationen in der Klimakatastrophe Soziodrama1

„… weil Ihr uns die Zukunft klaut“

So kam es, dass Valentin und ich am Freitag vor der Europawahl zur großen Fridays for Future Demonstration gingen. Es hat mich sehr berührt, als 10-jährige Kinder riefen „Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut.“ Während wir liefen, sprachen wir über den Slogan und das Thema. Auf meinen Einwand, dass „wir werden alle sterben, wenn wir nicht schnell xy tun“ eines der archetypischen Zukunftsnarrative ist, entgegnete Valentin, dass es aber hier ganz anders sei. Dass wir als Gesellschaften gerade jegliche wissenschaftlichen Erkenntnisse ignorieren. Dass jede neue wissenschaftliche Studie mit noch dystopischeren Ergebnissen aufwartet. Dass angesichts der Größe der Gefahr unser Umgang mit diesem Risiko beispiellos und vollkommen unverständlich ist. Oder wie er sagte kurzum: “Was, wenn die abgedroschene Narrative dieses Mal stimmt und Gesellschaften abgestumpft weghören?”

Organisationen in der Klimakatastrophe Soziodrama Schild

Organisationen in der Klimakatastrophe

In weiteren Gesprächen mit Dirk und Valentin entstand der Impuls, dass wir mit Komfortzonen.de auch irgendwie aktiv in Sachen Klimarettung werden wollen. Wir wollen unsere Expertise als Begleiter von Transformationsprozessen und unsere Zugänge zu sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen nutzen. Wir wollen den Blick nicht auf das individuelle Konsumverhalten und die große Politik, sondern auf die Gestaltungsmacht von Organisationen richten. Wir wollen erkunden, wie auch die Klimakatastrophe neben Digitalisierung, Agilisierung und anderen Themen die Transformationen von Organisationen prägen. Daraus entstand die Idee, das 1. Soziodrama “Organisationen in der Klimakatastrophe” zu initiieren.

Organisationen klimakatastrophe soziodrama

Soziodrama? Sozio-was?

Beim Soziodrama handelt es sich um szenisch-darstellerischen Ansatz mit Gruppen zu arbeiten, der von Jacob Moreno entwickelt wurde. Es sind Methoden, um mit einer Gruppe Gruppen-, Gemeinschafts- oder Gesellschaftsthemen in Aktion zu explorieren und somit ko-kreatives, szenisches Storytelling zu betreiben. Dabei gibt es drei Phasen: das Warm-Up, das soziodramatische Spiel und das abschließende Sharing. Hier findest Du mehr zum Unterschied zwischen Workshops und Soziodrama, zur Soziodrama-Leitung sowie zum Einsatz von Soziodramas in Transformationsprozessen.

Die Teilnehmer

Das Interesse in unseren Netzwerken an dem Thema und der Herangehensweise war sofort groß und schnell waren die 20 Plätze überbucht. Wir konnten einen sehr breiten Teilnehmerkreis gewinnen: es waren Klima-Aktivisten und -Wissenschaftler da, Selbständige und Unternehmer sowie Vertreter von Institutionen (Kirche, Krankenkasse) und konventionellen Industrien (Öl, Luftfahrt). Auch wenn sich wenige Menschen vorher kannten und die Hintergründe doch recht divers waren, hatten wir schnell eine gute Stimmung und ein vertrauensvolles Miteinander. 

Gruppendynamisch war es interessant, dass von den ursprünglich 27 angemeldeten Teilnehmer zehn in den zwei, drei Tagen vor der Veranstaltungen aus individuellen Gründen absagen mussten. Einerseits ist das bei einer kostenlosen Veranstaltung vollkommen im Rahmen des Erwartbaren. Es verweist aber auch auf den Dauerkonflikt zwischen individuellem Anspruch und den tatsächlich verfügbaren Ressourcen jedes und jeder Einzelnen. Und gerade das Engagement in der Klimakatastrophe hat einerseits hohe Dringlichkeit und erfordert andererseits intensive emotionale Auseinandersetzungen. Nicht zuletzt legen Bewegungen wie Extinction Rebellion und Fridays for Future starken Wert auf die individuelle und gemeinsame Regeneration nach Aktionen.

Die Soziodrama-Warm-Ups

Zwei der Warm-Ups möchte ich kurz vorstellen, da diese sehr kraftvoll und bewegend waren. 

Warm-Up 1: Die archetypischen Kräfte der Transformation

Dabei handelt es sich um drei kleine Übungen, die erlebbar machen, welche Dynamiken in Transformationen jeglicher Art aufeinandertreffen. Die Übungen basieren auf dem Konzept der Space Objects und sind von der Impro-Pionierin Viola Spolin inspiriert. Bei Space Objects lassen wir ein Objekt allein durch unser darstellendes Spiel entstehen. So kann man so tun als würde man einen Ball umherpassen, und der Ball entsteht vor unserem geistigen Auge. Die Art, wie eine Gruppe die Übungen löst, erzählt viel über das kollektive Bewusstsein und Unterbewusstsein der Gruppe.

  1. Das große Ziehen
  2. Gemeinsam Gigantisches bewegen
  3. Von etwas Gigantischem bewegt werden

1. Das große Ziehen

Zwei Gruppen treten zu einem virtuellen Tauziehen an. Bei allem Krafteinsatz für das eigene Team muss die gesamte Gruppe das virtuelle Seil intakt lassen. Diese Übung zeigt die Kräfte des Diskurs und der Debatte, in der eine Seite versucht zu gewinnen.

Organisationen in der Klimakatastrophe Soziodrama1 transformation tauziehen

2. Gemeinsam Gigantisches bewegen

Die Gruppe einigt sich auf etwas Großes, Schweres, Überdimensionales (in diesem Fall ein gigantischer Stein) und bewegt es anschließend von A nach B. Diese Übung zeigt die Macht einer gemeinsamen Anstrengung.

Organisationen in der Klimakatastrophe Soziodrama1 transformation Gemeinsam Gigantisches bewegen

3. Von etwas Gigantischem bewegt werden

Die Gruppe einigt sich auf eine Naturgewalt (z.B. einem Sturm) und lässt sich von Ihr steuern. Die Naturgewalt symbolisiert das Unvorhersehbare und lenkt den Blick auf die Unkontrollierbarkeit von Prozessen.

Organisationen in der Klimakatastrophe Soziodrama1 transformation Von gigantischem bewegt werden

Spannend daran war in diesem Fall, dass die Teams sich beim Tauziehen von Anfang an extrem lautstark angefeuert und mit Kraft aufgeladen haben. Das Tauziehen endet üblicherweise mit einem Gewinner. In diesem Fall blieben beide Seiten lange gleichstark bis die eine Gruppe schließlich nachgab. Es wirkte beinahe, als würde die eine Seite irgendwann aufgeben. Um den Stein zu bewegen, hat die Gruppe nicht nur auf einen gemeinsamen Anschub gesetzt, sondern auch ein Seil zum Ziehen benutzt. Allerdings verzichtete sie auf den Einsatz eines Hebels oder eines anderen Werkzeugs für zusätzliche Wirkung. Im Sturm war es auffällig, wie die Gruppe beim Aufkommen des Sturms zu kommunizieren begann und sich gegenseitig durch Festhalten beistand und einander half. Mich erinnert vieles daran an die aktuelle Klima-Debatte: Zum einen die lautstarken und ewigen Debatten, in denen es keine Fortschritte gibt und man sich fragt, wie es jemals schneller vorangehen kann. Zum anderen die sehr kraftvollen Demonstrationen, die langsam (zu langsam?) Gigantisches in Bewegung bringen und schließlich erhoffe ich mir von der aktuellen Situation, dass wir als Menschheit im Angesicht der zunehmenden Krisen und Katastrophen eher zusammenrücken und zusammenhalten und nicht in Neo-Klan-Strukturen zurückfallen und uns gegenseitig bekriegen.  

Warm-Up 2: Gemeinsam den Klimatod sterben

Inspiriert von den Die-Ins, den öffentlichen Sterbeaktionen der Extinction Rebellion, haben wir zunächst einige der negativen Folgen der Klimakatastrophe gesammelt. Anschließend bat ich eine Person als eine dieser Klimakatastrophen in die Mitte des Kreises, um die Menschheit oder den Planeten (die übrigen Teilnehmen) dahinzuraffen. Es waren sehr düstere Momente, als die Dürre aus der Kreismitte allen das lebensnotwendige Wasser entzog, oder als das Artensterben umherging und eine Art nach der anderen auslöschte.

Organisationen in der Klimakatastrophe Soziodrama1 transformation Die-In

„Was hast Du damals gemacht?“

Zu Beginn des soziodramatischen Spiels stand ein Inter-Generationen-Dialog. Zwei Stühle in der Mitte: einer für einen Elternteil, einer für ein Kind. Die Szene startete mit der Frage: was hast Du damals gemacht, um der Klimakatastrophe entgegenzuwirken. Zwei Teilnehmer begannen und die übrigen konnten über die Technik des Doppeln das Nicht-Gesagte (z.B.  Gefühle, Zweifel, Handlungsoptionen) ergänzen und die Rollen per Tagging auch ganz übernehmen. Schnell wurde deutlich, wie gefangen und hilflos die Erwachsenen in ihrem täglichen Handeln sind, wie der vollgepackte Alltag nach Bequemlichkeit lechzt, wie widersprüchlich und inkonsistent unser Verhalten ist (erst demonstrieren, dann zu McDonald´s). Mir wurde dabei bewusst, wie stark die aktuelle Klimakatastrophe auch ein Konflikt zwischen den Generationen ist. Unsere Eltern fragten ihre Eltern, was die in der Nazi-Zeit gemacht haben, wieso sie keinen Beitrag geleistet haben, das Verbrechen zu beenden. Ich merke, wie sehr ich Angst vor dieser Frage meiner Kinder habe und wie unzufrieden ich mit meinen Antworten bin. 

Die Scham, gesellschaftliche Forderungen an die Organisation zu stellen

Anschließend bat ich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Kleingruppen Forderungen an Organisation und Demo-Slogans zu entwickeln. Zu verschiedenen  Kategorien wie Geld, Einkauf, Mobilität oder Energie begannen die Kleingruppen zu arbeiten. Anschließend haben wir uns die Forderungen und Slogans angehört und sie gemeinsam lautstark skandiert. 

Es war auffällig, wie schwer sich die Teilnehmenden taten, solche Forderungen zu formulieren. Umso mehr, weil mir gefühlt sofort einige sehr konkrete Forderungen eingefallen sind. Ich stelle mir seither die Frage, warum dies sowohl den Klima-Aktivisten als auch denjenigen, die in Organisationen arbeiten, so schwer fällt. Mein zentraler Erklärungsansatz lautet derzeit: wir sind es so sehr gewohnt, Veränderungen auf individueller oder oberster Ebene zu suchen, dass wir uns schwer damit tun, selbst, die großen Hebel anzufassen und konkrete Forderungen zu entwickeln. Wie schwer es uns fällt, solche Forderungen als Führungsimpulse für die Organisation zu betrachten. 

Die Scham, gesellschaftliche Forderungen in der eigenen Organisation zu platzieren

In drei Kleingruppen haben die Teilnehmenden dann kurze Szenen vorbereitet, wie man solche Forderungen in die Welt bringen würde. Dies waren schöne Beispiele, wie man aktiv werden kann. In der ersten Szene haben Aktivisten einen CEO in der Öffentlichkeit konfrontiert und versucht in ein Gespräch zu verwickeln. In der zweiten Szene hat eine Gruppe eine Initiative im Betrieb gestartet und versucht in der Kantine möglichst viel Aufmerksamkeit und Mitstreiter für ihr Anliegen zu finden. In der dritten Szene ging es um einen gemeinsamen Betriebsausflug zur nächsten Fridays for Future Demonstration am 20. September und um die Unterstützung seitens der Unternehmensleitung. In allen drei Szenen wurde deutlich, wie unangenehm und schambehaftet solch ein politisches Engagement in der Organisation ist. Die Scham hat auch Marie-Pascale Gafinen in ihrer Prozess-Visualisierung (ein so genanntes Generative-Scribing) zum Soziodrama herausgearbeitet.

Organisationen in der Klimakatastrophe Soziodrama1 transformation GenerativeScribing

Einzelne können Berge versetzen

Nach einem ersten Durchlauf haben wir alle drei Szenen noch einmal gespielt und die anderen Teilnehmer eingeladen mitzuspielen und die Szenen zu verändern. Interessanterweise gab es in allen drei Szenen im zweiten Durchgang eine Person von Außen, die einen neuen Führungsimpuls gegeben und damit die Spannungen und Konfrontationen aufgelöst hat. 

Insbesondere dieser letzte Punkt war dann auch ein zentraler Punkt im abschließenden Sharing. Es braucht immer das mutige Engagement einzelner, um eine Gruppe wie eine Organisation in Aktion zu bringen. Aus Zeitgründen habe ich dann auf ein gemeinsames Abschlusslied verzichtet. Aber die Textzeilen frei nach Margaret Mead lagen mir auf den Lippen: 

“Never doubt, that a small group of people can change the world. Indeed it is the only thing that ever has.”

Am Freitag, den 20. September 2019 findet weltweit der globale Klimastreik statt. Das ist eine super Gelegenheit, möglichst viele Menschen in Deinem Umfeld und Deiner Organisation zu mobilisieren. Fridays for Future appelliert auch an Unternehmer und Entscheider, nicht nur Mitarbeitern die Gelegenheit zu bieten, sondern geschlossen als Unternehmen zu kommen. Viele Unternehmen haben begonnen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Teilnahme an dem Klimaprotest freizustellen. Und auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi stellt inzwischen Klimawandel über Arbeitsplätze und ruft zur Teilnahme am globalen Klimastreik auf. 

Und was ist mit Dir?

Am 1. September 2019 fand das 2. Soziodrama zu “Organisationen in der Klimakatastrophe” statt. Wenn wir Dich auch zu einer kommenden Veranstaltung zu einladen sollen, schreib uns doch eine kurze Email an hallo@komfortzonen.de.

transformationprozesse titel

Transformationsprozesse: Wenn Unternehmen sich auf eine Reise ins Unbekannte begeben

Die großen Transformationen

Gesellschaft, Wirtschaft und Organisationen stehen vor vielfältigen Herausforderungen und großen Umbrüchen. Alte Paradigmen und Regimes verlieren an Bedeutung, neue Ansätze gewinnen an Zugkraft. Viele Unternehmen begeben sich gegenwärtig auf eine Reise, um sich grundlegend zu erneuern. Sie wollen digitaler, agiler, kundenzentrierter, mitarbeiterfreundlicher, diverser, innovativer, partizipativer, grüner … werden. Die Art, wie viele Organisationen diese Transformationen angehen, unterscheidet sich deutlich von einem bisherigen Umgang mit Veränderungen. Klassischerweise definiert ein Unternehmen – nicht selten gemeinsam mit einem Management-Consulting-Partner – große strategische Ziele, die dann mit Hilfe von Change-Managern lokal implementiert werden sollen. Dieser arbeitsteilige Umgang mit Wandel ist wenig erfolgreich. Das führt letztlich dazu, dass sowohl Mitarbeiter als auch Führungskräfte “change-müde” sind.

Weiterlesen
Stifte-Schriften-Update

Update: Neue Stifte und Schriften

Der Artikel über Stifte und Schriften liegt eine ganze Weile zurück. Kürzlich verwies die Beratung Judith Andresen in ihrem tollen Newsletter noch einmal auf den Beitrag. Das nehme ich zum Anlass ein Update zu dem Artikel zu schreiben und mich mal wieder dem Thema Materialität zu widmen. Vor allem eine Art von Stiften, oder besser ein Erscheinungsbild von Schriften, fasziniert mich seither. Und eine andere Art von Stiften habe ich dank anderer Schriften neu lieben gelernt. In diesem Artikel stelle ich zunächst das Schreiben mit mehrzügiger Mine vor und anschließend die neuen Schriften für den Pinselstift.

Weiterlesen
Workshop Regeln

Mit Workshop-Regeln für eine bessere Diskussionskultur im Workshop sorgen


Zu Beginn vieler Workshops stelle ich ein paar grundlegende Arbeitsregeln vor, die bei einer Moderation helfen, Diskurse besser zu gestalten. Dafür haben wir mittlerweile ein ganzes Potpourri an Regeln, die ich hier einmal gebündelt aufführen und strukturieren möchte. Neben einigen Grundregeln gibt es dabei auch Regeln, die je nach Art des Workshops variieren.

Weiterlesen
Poster-Session Runde 2

Gallery-Walks und Poster-Sessions statt zermürbender Plenardiskussionen

„Darüber müssen wir mal gemeinsam mit allen diskutieren.“ So einen Satz hören wir häufiger von Auftraggebern im Rahmen von Vorgesprächen. Angesichts der Fülle an Themen, die mal mit allen diskutiert, behandelt und entschieden werden sollten, gehen dann bei uns schnell die Alarmglocken an. Eine unserer Grundüberzeugungen bei der Arbeit mit Gruppen besteht darin, möglichst wenig Zeit mit unproduktiven Plenardiskussionen zu verbringen und lieber Ideen und Vorschläge in kleinen Gruppen vordenken zu lassen. Trotzdem kommen auch wir nicht an der Diskussion mit allen vorbei. In diesem Artikel möchte ich mit dem Gallery-Walk und der Poster-Session zwei schöne Wege vorstellen, wie wir Diskussionen im Rahmen von Rückpräsentationen kleiner Gruppen anders strukturieren.

Weiterlesen