Autor: Jörg Jelden

fiktive Zukunftsbeiräte

Fictional Futures Councils as a Corrective in Transformation Processes

On a transformation journey, questions around orientation arise again and again. Present and future, old and new paradigms struggle with each other. All too often, inner logics, established routines, … retain the upper hand. Advisory boards are an interesting intervention to give more power and a better strength to the future and the becoming. At a time when the leadership ranks of most organizations are still dominated by (white) men, fictional Futures Councils can perhaps provide an important transitional solution. In this article, I would like to present a concept or method and case studies for fictional Future Councils, in which thoughts of Theory U, Social Presencing Theater and Sociodrama are combined.

fiktive Zukunftsbeiräte

Fiktive Zukunftsbeiräte als Korrektiv in Transformationsprozessen

Auf einer Transformationsreise tauchen immer wieder Fragen der Orientierungssuche auf. Gegenwart und Zukunft, alte und neue Paradigmen ringen miteinander. Allzu oft behalten die Eigenlogiken, Routinen, das Bequemere, die Pragmatik oder das Altbewährte die Oberhand. Beiräte sind eine interessante Intervention, dem Zukünftigen und Werdenden mehr Kraft und eine bessere Kondition zu verleihen. In einer Zeit, in der die Führungsetagen der meisten Organisationen noch immer von (weißen) Männern geprägt sind, können fiktive Zukunftsbeiräte vielleicht eine wichtige Übergangslösung darstellen. In diesem Beitrag möchte ich ein Konzept bzw. eine Methode und Fallbeispiele für fiktive Zukunftsbeiräte vorstellen, in der sich Gedanken der Theory U, Social Presencing Theater und Soziodrama verbinden. 

Spekulativer katastrophenalarm

Spekulativer Katastrophenalarm: Spielerisch durch die Polykrise

Noch habe ich, haben wir keine praktische Erfahrung mit Simulationen und Bewältigungen von Krisen und Katastrophen. Aber das soll sich ändern. Denn die nächsten Jahre werden uns Krisen, Katastrophen und Chaos weiter begleiten. Unsere Gesellschaften, Institutionen, Organisationen und Gemeinschaften sind von einer Vielzahl von gleichzeitigen Transformationen und damit Krisen geprägt. Diese Polykrise bringt mehr, neue und multiple Katastrophen und Konflikte hervor. Um handlungsfähig zu bleiben und Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen, braucht es vielleicht neue, spekulative und spielerische Formen des Erkundens, Verprobens und Vorbereitens auf diese Katastrophen in Zeiten der Polykrise. Dazu möchte ich einen Beitrag leisten. Dieser Artikel reflektiert unseren ersten Prototypen.

Unser erster Transformation Circle – eine Nachlese

Menschen, die Transformationsprojekte leiten, steuern oder begleiten, brauchen regelmäßig Raum mit Gleichgesinnten zum Reflektieren und Regenerieren, zum Spielen und Simulieren. Mit dieser Hypothese haben Valentin und ich im Spätsommer 2021 den Transformation Circle initiiert und uns mit 12 Transformationsbegleiter*innen verschiedener Kontexte auf eine neunmonatige Erkundungsreise begeben. Dieser Artikel soll die Erfahrungen zusammenfassen, unsere Intentionen und Vorgehen darlegen und zeigen, wieso die Welt mehr offene Lern- und Reflexionsräume wie den Transformation Circle braucht.

Review: Aktionstage “Wirksam in Wertschöpfungsketten”

Anfang März hatten Sabine Koppe und ich das Glück, drei sonnige Frühlingstage im wunderschönen Stolzenhagen zu verbringen und die Aktionstage “Wirksam in Wertschöpfungsketten” zu begleiten. Eine traumhafte Aufgabe! 35 Wertschöpfungsketten-Entwickler*innen aus ganz verschiedenen Kontexten waren der Einladung der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) gefolgt, um sich mit anderen Wertschöpfungsketten-Entwickler*innen zu vernetzen, den Blick für die Vielfalt der Wertschöpfungsketten zu weiten und ein besseres Verständnis sowie Methoden für die Begleitung komplexer Transformationsprozesse zu bekommen. Dabei ging es dezidiert um erlebnisorientierte Begegnungen und Begleitung. Mit diesem Beitrag wollen wir ein paar methodische Eindrücke teilen.

Futures Thinking in Action

Futures Thinking in Action: Zukünfte erlebbar machen

(Remote) Facilitation in Action, Teil 3 Unser Handeln ist einerseits stark durch Zukunftserwartungen beeinflusst und andererseits von Erlebnissen geprägt. Unsere Annahmen über die Zukunft sind häufig nicht explizit, werden nicht hinterfragt und wirken implizit. Futures Thinking hilft, sich strukturierter mit verschiedenen Zukünften zu beschäftigen und Zukunftserwartungen zu verändern. Es weitet den Blick auf das, was zukünftig anders und möglich werden mag. Es macht deutlich, dass mit der Zeit heutige Grundannahmen veränderbar werden können. Uns ist die Beschäftigung mit Zukunft zu wenig co-kreativ und meist viel zu rational geprägt. Mittels Aktionsmethoden kreieren wir Erlebnisräume für die Begleitung von Transformationsprozessen und in der Facilitation von Strategie- und Organisationsentwicklung. Denn was wir erleben, hält unser Gehirn für echt – egal, ob es Spielerlebnisse oder reale Erfahrungen sind. Indem wir Futures Thinking mit Aktionsmethoden zusammenbringen, versuchen wir einen größeren Hebel auf gesellschaftliches, organisationales und individuelles Handeln zu bekommen. In diesem Artikel möchten wir sieben dieser Kombinationen vorstellen. Mögen sie zu einer breiteren und weniger elitären Arbeit mit Zukunftsvorstellungen einladen und zu Transformationsräumen, die so lebendig, wild, bunt, transformativ und …

Retrospektiven in Action

7 Retrospektiven in Action für lebendigeres und intensiveres Zurückschauen

(Remote) Facilitation in Action, Teil 2 Die agile Szene hat eine lange existierende Verbindung zu spielerischen und erlebnisorientierten Ansätzen. Vor allem bei der Einführung agiler Prinzipien sowie in der Sprint-Planung kommen spielerische Elemente zum Einsatz. Über das Ball Point Game lernen viele Menschen erstmals Scrum-Prinzipien kennen. Über die Marshmallow-Challenge werden Design-Thinking-Prinzipien erlebbar. Übungen aus dem Impro-Theater helfen beim Umgang mit Ungewissheit. Planning-Poker-Karten kommen beim Schätzen von Aufwänden im Sprint-Planning zum Einsatz. Bei den regelmäßig stattfindenden Retrospektiven sind spielerische und erlebnisorientierte Ansätze noch unterrepräsentiert. Mit diesem zweiten Teil der Reihe „(Remote) Facilitation in Action“ möchten wir sieben Möglichkeiten vorstellen, wie Aktionsmethoden Retrospektiven bereichern können. Damit wollen wir auch Scrum Master und Agile Coaches für Soziodrama, Playback Theater, Social Presencing Theater und Aktionsmethoden begeistern, sich intensiver mit Aktionsmethoden als Facilitation-Ansatz zu beschäftigen. Hier findest Du Teil 1 und hier Teil 3 der Artikelserie.

(Remote) Facilitation in Action: 7 einfache Werkzeuge

Aktionsmethoden machen Workshops und Diskussionen abwechslungs- und erlebnisreicher. Sie erhöhen das Aufmerksamkeitslevel, schaffen inspirierende Perspektivwechsel und bringen Bewegungen und Handeln in den Raum. Gerade in Remote Workshops via Zoom und Co sorgt das für dringend nötige Abwechslung. Aktionsmethoden können eine gute Ergänzung oder Alternative zu Workshops sein, die stark auf Post-Its oder virtuelle Whiteboards setzen. In diesem Artikel möchte ich sieben einfache Werkzeuge aus unserem Aktionsmethoden-Werkzeugkoffer vorstellen. Dies ist der erste von drei Teilen zu “(Remote) Facilitation in Action.” Hier geht es Teil 2.

Purpose-Exploration: gestern-heute-morgen

Purpose-Exploration in Aktion: gestern-heute-morgen

Wer Transformationen, Strategie-Arbeit oder Change-Projekte aus der Prozess-Sicht betrachtet, richtet den Blick stärker auf das Wandelnde, das Werdende und Weichende sowie auf die Kräfte, Dynamiken und Muster, die am Werk sind. Um die eigene Wahrnehmung und die aller Beteiligten für die größere Entwicklungsreise zu sensibilisieren ist es hilfreich, die drei Zeitperspektiven Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft heranzuziehen. Dabei zeigt sich ein erstes grobes Narrativ einer Transformationsreise. Solche Erzählungen sind wichtig, um das eigene Warum und Wozu zu überprüfen und es zu einem späteren Zeitpunkt in geschärfter Form einem erweiterten Kreis an Beteiligten erzählen zu können. Die Integration der drei Zeiten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist daher in hohem Maße sinnstiftend und hilft bei der Suche nach einem Purpose. Bei dieser Purpose-Suche ist jedoch weniger das konkrete Ergebnis im Sinne eines Dokuments wichtig, sondern der Prozess der gemeinsamen Suche. In diesem Artikel möchte ich zunächst das Workshop-Tool “Gestern-heute-morgen” vorstellen, das uns in letzter Zeit gute Dienste geleistet hat, und anschließend ein paar kurze Einlassungen zur Dreifaltigkeit der Zeit, dem Narrativ in Transformationsprozessen und Purpose machen.