Alle Artikel in: Standpunkte

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Transformationsprozesse: Wenn Unternehmen sich auf eine Reise ins Unbekannte begeben

Die großen Transformationen Gesellschaft, Wirtschaft und Organisationen stehen vor vielfältigen Herausforderungen und großen Umbrüchen. Alte Paradigmen und Regimes verlieren an Bedeutung, neue Ansätze gewinnen an Zugkraft. Viele Unternehmen begeben sich gegenwärtig auf eine Reise, um sich grundlegend zu erneuern. Sie wollen digitaler, agiler, kundenzentrierter, mitarbeiterfreundlicher, diverser, innovativer, partizipativer, grüner … werden. Die Art, wie viele Organisationen diese Transformationen angehen, unterscheidet sich deutlich von einem bisherigen Umgang mit Veränderungen. Klassischerweise definiert ein Unternehmen – nicht selten gemeinsam mit einem Management-Consulting-Partner – große strategische Ziele, die dann mit Hilfe von Change-Managern lokal implementiert werden sollen. Dieser arbeitsteilige Umgang mit Wandel ist wenig erfolgreich. Das führt letztlich dazu, dass sowohl Mitarbeiter als auch Führungskräfte “change-müde” sind. Bei Transformationsprojekten ist dagegen unklar, wohin genau die Reise gehen wird und was dabei unterm Strich herauskommen soll. Sie verbinden bewusst strategische, innovatorische und organisationale Fragestellungen. In Ermangelung enger Vorgaben von oben werden Transformationsprojekte oft partizipativ und agil angelegt. Mitarbeiter unterschiedlicher Führungsebenen sollen sich frühzeitig einbringen können und eigene Gestaltungsspielräume entdecken, damit man sie hinterher nicht noch irgendwie “mitnehmen” muss. Sie sollen …

Stifte-Schriften-Update

Update: Neue Stifte und Schriften

Der Artikel über Stifte und Schriften liegt eine ganze Weile zurück. Kürzlich verwies die Beratung Judith Andresen in ihrem tollen Newsletter noch einmal auf den Beitrag. Das nehme ich zum Anlass ein Update zu dem Artikel zu schreiben und mich mal wieder dem Thema Materialität zu widmen. Vor allem eine Art von Stiften, oder besser ein Erscheinungsbild von Schriften, fasziniert mich seither. Und eine andere Art von Stiften habe ich dank anderer Schriften neu lieben gelernt. In diesem Artikel stelle ich zunächst das Schreiben mit mehrzügiger Mine vor und anschließend die neuen Schriften für den Pinselstift.

LARP Gruppendynamik

Ein Experiment: per LARP durch die Gruppendynamik

“Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Mächtigste im Land?” Unter diesem Titel haben wir im März zu unserem ersten LARP bzw. Live-Rollenspiel eingeladen. 21 Gäste waren unserem Aufruf ins Betahaus zu diesem methodischen Experiment gefolgt. Gemeinsam mit Stefan Deutsch, einem erfahrenen Game-Designer von Live-Rollenspielen, haben wir ein Format ausgewählt, bei dem es thematisch um Wandel in Organisationen, Macht in Gruppen und Demokratie in Gefahr gehen sollte. Das Live-Rollenspiel nutzte mit der Jahreshauptversammlung des Vereins zur Förderung der Rechte von Märchenwesen eine wunderbar absurde Verfremdung. Denn alle Teilnehmerinnen schlüpften in die Rolle eines Märchenwesens. Mit dieser Nachbereitung will ich ein paar Impressionen zeigen und darlegen, wie der Abend methodisch ablief.

Lean, agile, Design Thinking

Lean Startup, agile Entwicklung, Design Thinking: Die Gemeinsamkeiten hinter den Schlagworten

Lean Startup, agiles Arbeiten, Design Thinking, das sind Begriffe, an denen heutzutage keiner mehr vorbeikommt. In jedem dritten Gespräch werden wir gefragt, ob wir mit der Design-Thinking-Methode arbeiten, vermehrt bekommen wir Anfragen, um dabei zu helfen, Teams “agiler zu machen”. In den letzten zwei Jahrmen haben wir immer wieder Projekte durchgeführt, in denen es darum ging, neue Wege der Zusammenarbeit zu erarbeiten. Und alle Projekte begannen mit einem leeren Begriff wie “agile” oder “lean”. Ich habe Bauchschmerzen mit diesem Buzzword-Bullshit-Bingo und habe mich oft gefragt: Was heißt eigentlich agil? Warum wird “Design Thinking” so oft auf “Kreativmethoden” und “Post-Its-Schubsen” verkürzt? Umso erhellender war die Lektüre des kleinen Büchleins “Lean vs. Agile vs. Design Thinking”, in dem Jeff Gothelf diese drei Ansätze mal unter die Lupe nimmt und Verbindungen herstellt. Das Ergebnis spricht mir aus der Seele: Der Name ist eigentlich egal, die dahinterliegenden Grundprinzipien sind entscheidend.

Moderation-Koalitionsverhandlungen

Aus aktuellem Anlass: ein Gedankenspiel zur Moderation von Koalitionsverhandlungen

In diesen Tagen wird naheliegenderweise ausgiebig über die Bildung einer neuen Koalition, vermeintlich rote Linien und Gemeinsamkeiten gesprochen. Auch bei uns im Büro war das ab Montag und auch heute Morgen wieder so – verlängert in vereinzelte Diskussionsstränge auf Facebook. Diese scheinbar verzwickte Lage erinnerte uns unversehens an Situationen mit denen wir in unserem Projekten regelmäßig konfrontiert sind – der Auslöser eines Gedankenspiels. Weil wir diese Überlegungen wirklich nicht unspannend fanden, habe ich da mal schnell ein paar Sätze zu ausgeführt. Nämlich die hier folgenden. Unzulässig schnell geschossen, sicher naiv – aber warum eigentlich nicht?

Komfortzonen Leitlinien und Grundsätze

Zehn Leitlinien als Antwort auf die Frage: „Wie arbeitet Ihr eigentlich?“

Wir haben dieses Jahr schon einige Sachen ausprobiert. Wir haben zum ersten mal an einem Pitch teilgenommen und aus einem als Präsentationsveranstaltung gedachten Meeting einen Workshop gemacht. Wir haben häufiger mit Personalabteilungen zu tun, gerade wenn es um die längerfristige Zusammenarbeit in der Einführung neuer Strukturen und Arbeitsprozesse geht. Wir haben “ernste” Strategieprozesse begleitet und durch interaktive “Spaß-Sessions” Konferenzen aufgelockert. In vielen Erstgesprächen mit unseren Kunden haben wir festgestellt, dass uns immer wieder die Frage gestellt wurde: Wie arbeiten Sie eigentlich? Wie gehen Sie an Projekte heran? Wie gehen Sie damit um, wenn …? Nicht, dass wir auf diese Fragen keine Antwort hätten. Aber gebündelt niedergeschrieben haben wir unsere Haltung, die Überzeugungen oder Leitlinien unserer Arbeit, noch nie so richtig. In diesem Artikel möchte ich einige unserer Grundsätze formulieren. Das ist bestimmt noch unvollständig und changiert zwischen dem „Was“, „Wie“ und „Warum“ unserer Arbeit, aber es ist ein Anfang: better done than perfect, nicht wahr?

Change-Management von Morgen

Change-Management von Morgen: Fünf Thesen für besseren Wandel in Organisationen

„Change-Management – wie schlagen wir Brücken von Alt zu Neu?“ Das ist das Thema der aktuellen Blogparade von intrinsify.me. Was für eine herrliche Gelegenheit sich ein paar Gedanken zu machen, wie Wandel in Organisationen anders vonstatten gehen könnte. In meinem Beitrag habe ich fünf Zukunftsthesen formuliert. Und ja, vieles davon ist auch heute schon gelebte Praxis in bestimmten Branchen und Nischen. Aber der klassische Change-Management-Ansatz, der vorher definierte Strategien umzusetzen hat, ist nach wie vor weit verbreitet. Und den halte ich für falsch oder zumindest für überholt. Das ganze sind, wie gesagt, Thesen. Und Thesen sollen zum Nachdenken anregen und Diskussionen anstoßen. Ich schreibe das hier daher bewusst pointiert und überspitzt.

Großgruppen-Interaktion

Großgruppenmoderation im Abenteuerland

Die Formel Konferenz + Interaktion + Freizeitpark ist eine ziemlich gute Mischung. Diese Erfahrung durften wir im April machen. Im Heidepark Soltau fand der erste Marketingtag des hagebau Fachhandels statt und wir haben dort eine zweieinhalbstündige Großgruppenmoderation und -Interaktion gestaltet. Unsere Kreativinseln fügten sich schön ein in Abenteuerromantik und Tagungsambiente und wurde zu einem Highlight des bisherigen Jahres.

Führung Metaplan

Da ist vorne: Die vier Mythen der Führung (Gastbeitrag)

„Führung“ ist ein viel strapazierter Begriff, der unterschiedlich ausgelegt werden kann. Ist Hierarchie schon Führung? Braucht effektive Führungsarbeit klare Regeln – oder führt nicht gerade die Person, die in Unsicherheit entscheidet? In vielen meiner letzten Projekte wurden Fragen nach der Führungskultur und dem gemeinsamen Führungsverständnis aufgeworfen, und dabei habe ich wieder einmal festgestellt, wie weit das Feld hier ist und was alles in diesen Topf geworfen wird. Umso erfreuter war ich, als ich die letzte Ausgabe des Metaplan-Magazins VERSUS gelesen habe. Dort haben die geschätzten Kolleg*innen Christoph Narholdt und Judith Muster einen Leitartikel zum Thema „Führung“ verfasst. Der ist so schön und schön prägnant, dass wir vom Komfortzonen-Team uns sehr freuen, diesen Text hier als Gastbeitrag zu veröffentlichen. Viel Spaß beim Lesen. (Dirk Bathen)