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Update: Neue Stifte und Schriften

Stifte-Schriften-Update

Der Artikel über Stifte und Schriften liegt eine ganze Weile zurück. Kürzlich verwies die Beratung Judith Andresen in ihrem tollen Newsletter noch einmal auf den Beitrag. Das nehme ich zum Anlass ein Update zu dem Artikel zu schreiben und mich mal wieder dem Thema Materialität zu widmen. Vor allem eine Art von Stiften, oder besser ein Erscheinungsbild von Schriften, fasziniert mich seither. Und eine andere Art von Stiften habe ich dank anderer Schriften neu lieben gelernt. In diesem Artikel stelle ich zunächst das Schreiben mit mehrzügiger Mine vor und anschließend die neuen Schriften für den Pinselstift.

Materialität in Workshops und Transformationsprozessen

Der Einsatz kreativer Workshop- und Moderationsmaterialien ist für uns eine wichtige Dimension in der Gestaltung von Workshops. Darüber haben wir auch an anderen Stellen (hier und hier und hier) geschrieben. Ergänzend zu der inhaltlich-thematischen Arbeit erleben Teilnehmer und Akteure sofort, dass an diesem Tag andere Dinge als die üblichen passieren werden, dass anders gearbeitet werden wird. Das kann insbesondere für die Begleitung von Transformationsprozessen hilfreich sein, denn schließlich sollen „die Dinge anders werden“. Selbst schnöde und trockene Themen gewinnen mit ansprechendem Material an Leichtigkeit. Nackte Räume werden einladender. Teilnehmer fühlen sich wohler. Am häufigsten gestalten wir Schilder, Poster-Überschriften und Poster. Diese machen sich gut im Fotoprotokoll und nicht selten packen Teilnehmer diese im Nachgang ein und hängen sie in ihren Räumlichkeiten auf. Dabei kommt eine breite Palette an Stiften und Schriften zum Einsatz

Das Schreiben mit multiplen Linien

Notenfedern

Zu den klassischen Kalligraphie-Federn gehört auch die so genannte Notenfeder. Mit dieser Feder kann man fünf parallele Linien gleichzeitig ziehen. Sie diente früher dazu Notenlinien zu ziehen. Um mit solchen Notenfedern zu schreiben, muss man allerdings immer ein Tintenfässchen dabei haben und nach jedem Buchstaben die Feder neu eintauchen. Eine besonders schöne Variante der Notenfeder entstammt der Automatic Pen Reihe (5 Line).

Schattenfedern

Während Notenfedern fünf parallele Linien zeichnen, gibt es bei den Schattenfedern meistens eine dickere Hauptlinie. Parallel dazu laufen ein bis drei dünne Linien. Auch die kommen aus dem Werkzeugkasten der klassischen Kalligraphie. Ich habe ganz frisch ein Set mit verschiedenen Schattenfedern von Pratik Pen bestellt und experimentiere damit. Wem die Arbeit mit Tintenfass zu anstrengend ist, kann sich auch einen Parallel Pen nach eigenen Wünschen modifizieren lassen.

Zig-Zag-Aufsatz

Wer es gern größer und mit weniger Tintengeschmiere mag, der kann sich einen 15mm Lackmarker von Molotow kaufen und einen so genannten Zig-Zag-Aufsatz dazu. Ähnlich der Notenfeder schreibt der Marker plötzlich mit vier parallelen Linien. Leider gibt es so etwas bislang nur von Molotow für die Lackmarker und nicht für normale Moderationsmarker.

Marke Eigenbau

Bislang haben weder Neuland noch andere Hersteller von Moderationsmarkern diese Nische erschlossen. Mit Hilfe eines scharfen Cutters kannst Du aber ratzfatz Deine Marker präparieren. Du nimmst einen Marker mit Keilspitze und schneidest einfach einen Kerbe hinein und schwubsdiwubs schreibt der Stift fortan zwei parallele Linien.


Fazit zum Schreiben mit multiplen Linien

Neben der Hardware ist aber vor allem das Schreiben eine Herausforderung. Wenn Du lediglich einen Marker als Doppelspitze präpariert hast, kannst Du ganz normal damit schreiben. Das mache ich auch regelmäßig. Aber bei den Notenfedern, Schattenfedern und dem Zig-Zag-Aufsatz brauche ich noch immer mehrere Anläufe bis eine Überschrift gut aussieht. Ich habe auch noch keine Standardschrift gefunden, auf die ich ohne nachzudenken zurückgreife. Häufig nutze ich diese besonderen Stifte in Kombination mit anderen Markern und schreibe nur einen Teil der Buchstaben in parallelen Linien. Wenn ich auf braunem oder buntem Papier schreibe, nehme ich auch gern einen weißen Marker hinzu und male einzelne Zwischenräume aus.

Die Wiederentdeckung des Pinselstifts

Mit dem Pinselstift, den Arbeitsblättern von Frau Hölle und einem Workshop bei Chris Campe hat damals meine Liebe zu Stiften und Schriften begonnen. Und wie das mit der ersten Liebe so ist: irgendwann sieht man, was es noch alles gibt, und sie verliert nach und nach an Reiz. Ich nutze Pinselstifte nach wie vor fast immer. Aber die Leidenschaft ging verloren, weil ich neben der Pinselstift-Schreibschrift nie andere Schriften gefunden habe. Das hat sich dank Chris Campe deutlich geändert. Chris hat ein neues Buch über Brushlettering geschrieben und eine ganze Batterie an Varianten und Veränderungsmöglichkeiten zusammengestellt, das mein Herz wieder hüpft. Im ersten Teil geht es um die Basics. Das macht das Buch auch für Anfänger sehr interessant. Mich hat vor allem der zweite Teil des Buch mit den Vertiefungen sehr angesprochen. Insbesondere das Kapitel mit den Alphabeten auf den Seiten 119-143 haben es mir angetan. Hier finden sich acht ganz andere Schriften. Meine aktuellen Highlights sind die Formen mit gebrochenen Runden und die viereckige Grundform. Wer auch mehr Pepp und Schwung in seine eingerostete Pinselstift-Liebe bringen will oder als Newbie lernen will mit dem Pinselstift zu schreiben, sollte unbedingt einen Blick in dieses Praxisbuch werfen.

Wenn Du andere außergewöhnliche Stifte hast oder Schriftarten nutzt, die sich gut für die Arbeit mit mehrzügigen Stiften eignen, oder andere Alphabete für den Pinselstift kennst, freue ich mich sehr über Kommentare, Emails oder andere Formen der Kontaktaufnahme.



Jörg Jelden

Jörg arbeitet als Berater und Moderator in Strategie-, Innovations- und Organisations-Angelegenheiten. Er hilft Führungskräften, Vorhaben mit vielen Beteiligten voranzubringen. Neben Workshops und Beratungsmandaten konzipiert und moderiert Jörg auch Think-Tanks und Konferenzformate. Für und mit der Good-School hat er den Digital Transformation Club konzipiert und durchgeführt. Jörg lebt in Hamburg und ist seit 2010 selbständig. Als Ausgleich zur Kopfarbeit macht er Aikido, liest Comics oder Science-Fiction-Bücher oder verbringt Zeit mit seiner Familie.

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