Das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, wird mehr. Es erscheint uns wichtiger als anderes. Werdende Eltern sehen zum Beispiel plötzlich „überall“ nur Kinderwagen. Diese systemische Grundlogik führt Fritz Simon in diesem Video wunderbar aus. Ein weiterer nützlicher Blickwinkel ist das inhaltliche Komplementär-Stück dazu: Welche Themen oder Aspekte bleiben im Schatten und erhalten keine oder nur wenig Aufmerksamkeit? So fällt auf, dass in der gegenwärtigen Pandemie der Suche nach kreativen Lösungen für Home Entertainment, Home Exercising, Home Production (Masken), Home Office oder Home Schooling sowie die Frage nach dem größeren Sinn im Fokus der Aufmerksamkeit stehen. Im Schatten bleibt der Raum für schwere Themen von Schmerz, Abschied, Ungewissheit, Tod und Trauer. Dabei geht es nicht um ein richtig oder falsch verschiedener Perspektiven, sondern den Blick zu weiten, was noch alles da ist. In den Soziodrama-Sessions zu „Organisationen im Notfallmodus“ haben wir den Blick auch immer auf die etwas abseitigeren Themen richten können, wie die Generative Scribings von Marie-Pascale Gafinen wundervoll zeigen.
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