High Five #35: Wenn Ameisen um Klimazukünfte und Location-Tipps pokern

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Lesedauer 5 Minuten

Liebe Leute,

wir begrüßen den blauen Himmel und spüren langsam aber sicher wachsende Frühjahrsenergie*. Das geht dir auch so? Dann ist das vielleicht genau der richtige Moment, um ein bisschen Inspiration und Interaktion in deinen Kalender zu legen.

Passend zum Frühlingsanfang am 21. März findet das Training “Soziodrama trifft Social Presencing Theater” statt. Am 18. April von 17 bis 19 Uhr sind wir mit der Session “Polykrisenpogo vs Transformationsballett” auf der Hamburger “Big & Growing” aktiv.

Wenn du was für die Demokratie tun willst, Improvisationstheater magst und lieber ins Virtuelle als nach Hamburg reist, ist vielleicht der Hackathon “Impro bewegt” am 28. April etwas für dich. Wir freuen uns, den Tag neben Gitta PeynRalf Wetzel und Beatrix Brunschko mit einem Impuls zu eröffnen – unser Titel: „Am offenen Herzen experimentieren“. 

Am 3. Mai machen wir mit dem Institut für Meteorologie und Klimatologie an der Universität Hannover einen spekulativen Katastrophenalarm mit Menschen, die sich professionell mit Krisenbewältigung und Katastrophenschutz beschäftigen. Das Ganze ist Teil des Forschungsprojekts „Klima.Endspiel.Zukunft“. Dafür suchen wir Menschen aus Hannover und Umgebung, die sich professionell mit Krisen und Katastrophen beschäftigen. Falls du also in Hannover jemanden bei Feuerwehr, THW, Polizei, Krankenhäusern, Verkehrsleitzentralen, Stadtwerken, Verwaltung etc. kennst, freuen wir uns riesig über eine Vernetzung

Viel Spaß mit den Inspirationen und alles Gute!

Dirk, Jörg und Valentin

*alles neu macht zwar erst der Mai, aber unsere neuen Teambilder, die macht fortan dieser schmeichelnde Photoautomat.


Lost-Cause-by-Cory-Doctorow

1. “This isn’t the end, it’s the beginning”

30 Jahre voraus. Für die junge Generation ist der Klimawandel nicht umstritten, sondern schlicht eine überwältigende Tatsache des eigenen Lebens. Eindämmen, abmildern, klarkommen – ganze Städte werden wegen des steigenden Meeresspiegels ins Landesinnere verlegt. Überall entstehen riesige Projekte für saubere Energie.

Das ist das Setting von Cory Doctorows Near-Fiction-Roman “The Lost Cause”. Der hat uns in den vergangenen Wochen mindestens so gefesselt wie “The Ministry for the Future” von Kim Stanley Robinson vor ein paar Jahren. In diesem Buch abzutauchen fühlt sich ein wenig so an wie eine Emulation der eigenen Zukunft. Das ist einerseits aufwühlend, aber es bringt auch Klarheit und Zuversicht. “This isn’t the end, it’s the beginning” – diesen Satz nehmen wir mit, für Momente, in denen eine aktuelle Krise so groß wirkt, als sei danach wieder alles besser. Wird es wohl eher nicht. Kopf in den Sand? Nein, aber leben lernen mit der Einsicht, dass in unseren Lebzeiten Krise auf Krise auf Krise folgen wird. Und wir gemeinsam gute Wege etablieren müssen, genau damit umzugehen. Was uns an dem Buch besonders gefällt, ist die Gestaltungsfreude der Protagonist*innen – allen widrigen Umständen zum Trotz. 

Im Buch ist wahr, was wir in unserem Leben selbst sehen: ja, es wird vielleicht nicht besser, aber trotzdem können wir versuchen etwas zu tun  – versuchen, etwas Richtiges zu tun. Dass tolle Dinge permanent neben schrecklichen stehen, ist Teil der Gleichzeitigkeit dieser Zeit.

Wer noch tiefer in dieses Thema namens Polykrise abtauchen will, kann sich hier weiter aufschlauen


Workshop-Spiel Ameisen vs. Kakerlaken

Ein Dauerbrenner-Spiel für uns. Nicht, weil es dabei um Ameisen und Kakerlaken als Überlebenskünstler*innen geht. Sondern weil es Aktion und Team-Dynamik in den Raum bringt und sich sowohl als Energizer als auch als Übung zur Reflexion des Miteinanders eignet. 

Als Setup lösen die Teilnehmer*innen den Stuhlkreis auf und suchen sich mit ihren Stühlen irgendwo im Raum einen Platz. Es soll eine möglichst chaotische Anordnung entstehen. Es gibt einen Stuhl mehr als Teilnehmer*innen. Wenn alle sitzen, geht die Anmoderation ungefähr so:
„Ihr seid alle schnelle Ameisen. Ich bin eine langsame Kakerlake. Ihr seid ein intelligentes System, ich eine egoistische Einzelkämpferin. Mein Ziel ist es, einen freien Stuhl zu erlangen. Euer Ziel ist es, das mittels geschicktem Umsetzen zu verhindern.“ Anfangs geht die Kakerlake langsam, dann schneller. 

Wenn die Kakerlake sitzt, wird die Person, deren Platz eingenommen wurde, zur Kakerlake und eine neue Runde beginnt. Ein Riesenspaß!


Alternative Workshop-Locations

3. Arbeiten, wo andere Urlaub machen?

Wir haben oft das Glück, mit Gruppen an wirklich schönen Orten arbeiten zu dürfen. Im Blog zeigen wir sieben Suchlinsen, die bei der Suche nach Alternativen zu Hotel- und Seminarräumen helfen können. Nämlich: 

  • Coworking-Spaces
  • Galerien und Museen
  • Bühnen
  • Sport- und Bewegungsräume
  • Off-Spaces
  • Gastronomie
  • Simulationsräume

Na klar: es gibt noch viel mehr Suchlinsen – etwa Fotostudios, Bürgerhäuser und Kulturzentren oder ländliche Workshop-Locations. Uns freut riesig, dass Leute auf LinkedIn bereits ergänzt haben. “Wald und Wiesen” zum Beispiel. Oder ganz konkrete Locations genannt haben, die Lust auf nächste Nutzung machen. Schaut doch mal auf LinkedIn vorbei – vielleicht findet ihr ja ein paar Tipps aus eurer Nähe oder habt selbst gute Ergänzungen. 


Delegation Poker für Klarheit zu Entscheidungen

4. Delegation Poker

Vor Jahren schrieben wir bereits über “Delegation Poker” (im Bild rechts). Mit dem Kartenspiel-Klassiker von Management 3.0 konnten wir zuletzt wieder mehrfach auf leichte und spielerische Weise mit Führungskräften an Entscheidungs(frei-)räumen arbeiten. Meist heben wir mit den Workshop-Teilnehmer*innen erst Situationen bzw. Themen. Zum Beispiel “Verlagerung von Sparte X nach Y”. Dann bekommen vier Leute je ein Set mit allen Entscheidungsstufen in die Hand und “pokern”. Nach kurzer Bedenkzeit legen sie alle verdeckt die Stufe ab, die sie hier für aktiv halten. So gut wie jedes einzelne Mal führt das Umdrehen dann zu Überraschungen, Diskussionen und Erkenntnissen zum gemeinsamen Umgang mit Entscheidungen:

  • “Was, ich soll die Verlagerung ganz alleine entscheiden und dich nur zur Beratung heranziehen? Das war mir überhaupt nicht klar!”
  • “Ah, wir müssen dringend im Management klären, ob Abteilung XY dabei nicht mitzuentscheiden hat…”

Ergänzend zum “Delegation Poker” sind die “Team Decision Cards” (ebenfalls von Management 3.0, im Bild links) ganz schön: fünf Spielkarten, die schnell besprechbar machen, wer eigentlich entscheidet.


Toller Workshop-Abschluss

5. Workshop-Checkout mit Agenda-Rollen

Workshops gut abzuschließen ist eine besondere Kunst und wird gerne mal übersehen. Dabei entscheidet sich viel an dieser Schwelle zum Alltag. Jüngst haben wir diese Art, den Workshop gemeinsam Revue passieren zu lassen, häufiger genutzt. 

Beim Agenda-Checkout schreiben wir alle zentralen Agenda-Punkte und ggf. Themen auf große Sticky-Notes, kleben sie auf Stuhllehnen und bilden einen leeren Stuhlkreis in der Mitte. Nun treten Teilnehmer*innen hinter die Stühle und geben aus der Rolle des jeweiligen Agenda-Punkts bzw. Themas Empfehlungen an die Gruppe. „Als das Seillegespiel möchte ich euch daran erinnern: vergleicht nicht Äpfel mit Birnen.“ „Als Stakeholder-Landkarte rate ich euch: räumt hier mal etwas auf.“ „Als Mission Statement bin ich froh, dass mich alle jetzt kennen.“ Der Agenda-Checkout funktioniert ähnlich wie ein “Es war einmal ein Workshop, der …” (Once upon a time in High Five #16), ist aber etwas strukturierter.

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