High Five
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High Five #13: Von der Welt in Scherben zum Staub dieses Planeten

Hallo,
willkommen im Herbst – oder in der Businessbilanzierungs-Sprache: Q4.
Aber vor allem: willkommen zu einer neuen High-Five-Ausgabe mit kleinen Plug&Play-Tipps und größeren Denkanstößen rund um Organisationsgestaltung und (Remote) Facilitation.

Kommt gut durch die hoffentlich nur meteorologisch ungemütliche Zeit!
Auf bald,


Dirk, Jörg und Valentin


1. Die Zukunft ist ungeschrieben

Stuart Candy beschäftigt die Frage, wie man Zukünfte für Menschen anfassbarer und erlebbarer machen bzw. die Entwicklung von Szenarien spielerischer gestalten kann. Seine Artikel, Bücher und Lehrveranstaltungen rund um Experiential Futures sind immer äußerst inspirierend. Kürzlich hat er die Initiatoren der Untitled-Konferenz zum Auftakt ihres Zukunftsexperiments interviewt. Dieser Artikel ist unser Lesetipp der Woche.

Im Gespräch geht es darum, dass wir die vielen verschiedenen Transformationen, die gerade parallel ablaufen, nicht voneinander trennen können: “Transformation is one.” Und wie sehr uns Bilder und Ideen einer Zukunft nach diesen Transformationen fehlen würden. In diesem Zusammenhang wird auch auf Antonio Gramsci verwiesen, dessen wunderbare Worte man nicht oft genug wiederholen kann: “Die alte Welt liegt im Sterben und die neue Welt kämpft darum, zum Leben zu erwachen: momentan ist die Zeit der Monster.”


2. Die eine still, der andere nicht im Bilde

Eine schöne, aktivierende und spaßbringende Übung, die sich virtuell in Breakout-Gruppen und auch plenar einsetzen lässt, ist “Voice Mute”. Ein Teilnehmender schaltet die Kamera aus, aber lässt den Ton an, ein anderer macht den Ton aus, aber lässt die Kamera an. Und dann lässt man die Stimme aus dem Off etwas erzählen (irgendwas oder mit Blick auf ein konkretes Erlebnis) – und die andere Person muss die entsprechenden Lippenbewegungen und Gesten dazu machen.

Und wenn das Vorgehen einmal bekannt ist, dann lassen sich diese Monologe auch in Dialoge übertragen, indem man beispielsweise zwei Ton-Bild-Tandems einen Dialog spielen lässt. Für Präsenzworkshops funktioniert das auch, vor allem, solange wir in einem Raum alle noch eine Maske tragen müssen und man daher nicht weiß, wer gerade spricht 😉

Diese Übung haben wir übrigens auf der ziemlich tollen und inspirierenden Seite von Drama Resource gefunden.


3. New Work Workshop Template

Unsere Netzwerk-Freunde von quäntchen & glück sind nicht nur extrem sympathische Menschen, sondern hauen auch immer wieder kluge und hilfreiche Sachen raus. Für ihr selbst entwickeltes “New Work Quartett” haben sie jetzt einen Remote Workshop konzipiert und dazu eine detaillierte Anleitung in ein Mural gebaut.

Wenn euch das interessiert, schaut euch mal diesen LinkedIn-Beitrag an oder klickt direkt auf die Seite. Da gibt es auch den Link zur Mural-Vorlage. Und folgt am besten nicht nur komfortzonen.de auf LinkedIn, sondern auch Q&G. Beides werdet Ihr bestimmt nicht bereuen …


4. Energizer Buffet

Manchmal wollen wir uns vor lauter Energizern im Köcher gar nicht so recht entscheiden, welchen wir ziehen. Also drehen wir den Spieß im Workshop gerne auch mal um und geben die Entscheidung an die Gruppe zurück. Dafür haben wir (schon vor Corona) ein “Energizer Buffet” aufgebaut. Wir hängen eine Auswahl mit Übungen an die Wand und ermuntern die Teilnehmenden zu Beginn des Workshops, dass sie sich jederzeit einen Zettel ziehen können, wenn es an der Zeit ist, körperlich oder geistig durchzulüften.

Diese distribuierte Verantwortung klappt meistens ganz gut, weil die Teilnehmenden schließlich noch vor den Facilitatoren merken, wann die (persönliche) Energie den Bach runter geht. Und meistens siegt die Neugier, was dazu führt, dass wir durch die Bottom-up-Logik im Durchschnitt wahrscheinlich sogar mehr Energizer durchspielen, als wenn wir sie getaktet hätten.


5. Im Staub dieses Planeten

Der Herbst ist auch die Zeit, sich mit einem guten Buch auf die Couch zu verkrümeln. Dazu eignet sich “Im Staub dieses Planeten” von Eugene Thacker hervorragend. Auf gleichermaßen tiefgründige wie unterhaltsame Art geht er der These nach, dass die Welt immer undenkbarer wird. Auf philosophische Weise analysiert er Werke und Konzepte des Horror- und Science-Fiction-Genres mit Blick auf das, was sich uns nicht erschließt, was jenseits unseres Vorstellungsvermögens und wissenschaftlicher Überprüfbarkeit liegt.

Und was hat das alles mit Organisationsgestaltung und Facilitation zu tun? Die Perspektive, dass wir als Menschen nicht der Mittelpunkt von allem sind und dass es “Dinge” gibt, die jenseits unseres Drangs nach Erkenntnis und Gestaltung der Welt liegen, lehrt uns eine gute Portion Demut. Und vielleicht ist die Antwort auch einfach: Nichts. Danke an Martin Ciesielski für diese tolle Empfehlung.


5+1: Offene Remote-Workshops im Oktober

Auch im Oktober gibt es wieder offene Remote-Veranstaltungen voller Aktionsmethoden, auf die wir an dieser Stelle gerne hinweisen und zur Teilnahme einladen möchten:

Angesichts der hohen Nachfrage und tollen Resonanz zu unserem Event “Und jetzt, Remote Work?! Eine aktionsgeladene Meta-Retrospektive” wiederholen wir die Session am 20. Oktober von 9.30 bis 12.30 Uhr. Hier geht’s zur Anmeldung, wie immer im Pay-as-you-like-Modus:

Wie wird die Klima-Katastrophe unser Leben verändern? Zu dieser Frage werden wir am 25.10. von 13.00-20.00 Uhr verschiedene Zukunftsszenarien kreieren und in Aktion erkunden. Wir wollen erlebbar machen, wie sich diese morgigen Welten anfühlen, wie es dazu kommen konnte und was das für uns heute bedeuten mag. An diesem Tag mischen wir die Werkzeugkoffer der Zukunftsforschung mit dem Soziodrama und anderen Aktionsmethoden. Diese Veranstaltung führen wir in Kooperation mit dem International Sociodrama & Creative Action Methods Network durch. Tickets gibt es hier. Wenn dir der Preis zu hoch oder zu niedrig ist, schreibe uns gern eine E-Mail


Du suchst einen Sparringspartner für einen komplexen Workshop, schwierige Akteurskonstellationen oder kommst in deinem Transformationsprozess nicht weiter?

Schreibe uns gern eine Mail, wenn du bei einem Vorhaben eine zweite Meinung, einen kritischen Blick oder neue Impulse benötigst. Und wie immer freuen wir uns auch über Feedback zu diesem Newsletter. 

Danke fürs Lesen und Deine Zeit.

Beste Grüße und einen schönen Tag,
Dirk, Jörg und Valentin

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