Die „Neue Normalität“ ist das Buzzword der Stunde. Googelt man „new normal“, finden sich viele Thesen und Standpunkte, wie Organisationen damit umgehen und welche Spannungsfelder auftauchen: von Remote Work als neuem Standard, neuen digitalen Geschäftsmodellen oder der Neusortierung der Ökosysteme. Und wie immer liefert auch hier die Lücke spannende zusätzliche Information. Oft fehlen in diesen Betrachtungen die Rückkoppelungen gesellschaftlicher Prozesse auf Organisationen. So droht z.B. die vielfach ungleiche familiäre Lastenverteilung zwischen den Geschlechtern in Pandemie-Zeiten die Positionen von Frauen in Organisationen zu verschlechtern. Oder die Frage, inwieweit die Krise auch Schub geben kann für nachhaltige und klimarelevante Transformationen? Schon klar, das sind alles Fragen, die man im „New Normal“ auch denken kann und muss, aber allein der Begriff verursacht uns einen leichten Bauchschmerz. Denn er drückt die Sehnsucht nach einem neuen, verlässlichen Status Quo aus, die sich aus der Unerträglichkeit des Werdenden ergibt. Wir haben derzeit keinen Gegenvorschlag, denn einen Begriff für diese neue Situation zu finden, würde – wie das Wort „Begriff“ schon nahelegt -, bedeuten, etwas zu begreifen. Aber wir sind noch mittendrin im Begreifen. Von daher wissen wir gerade nur, dass wir den Terminus „New Normal“ nicht weiter als leeren Signifikanten nutzen wollen. (Danke an Nadja Petronovskaja für das Aufwerfen dieser Begriffsdiskussion.)
1. New normal? Nein, danke!
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Seit 2015 teilen wir unser Wissen in unserem Blog und unser Newsletter „High Five“ inspiriert tausende Organisationsentwickler*innen und Facilitator*innen im deutschsprachigen Raum.
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