Im Team eine Rakete bauen und gemeinsam in den Himmel schießen. Als Passagier an Bord ein rohes Ei. Wir stellen euch mit Luftdruck betriebene Raketen als tolles Workshop-Spiel vor. Das gemeinsame Bauen bringt nicht nur Spaß, sondern auch viel Reflexionsfläche: wie arbeiten wir als Team? Wer hat Führung übernommen? Wieso wurden gute Ideen überhört? Das Raketenspiel, oder wie wir es meist nennen: „Rocket Science“, gehört in Team- und Management-Offsites genau wie Marshmallow Challenge, Domino-Effekt oder Ball Point Game zu einem unserer Evergreen-Workshop-Spiele. Der Artikel startet in, drei, zwei, eins…
Halb freudig entsetzt, halb bass erstaunt – so klingt meist das raunende Geräusch im Moment, in dem das erste Team die mit 6bar und Wasser und Luft „betankte“ Rakete starten lässt. Mit einem zischenden Geräusch rast die PET-Flaschen-Konstruktion gen Himmel, ist kaum noch zu erkennen. Wie um Himmels willen soll der Passagier, ein rohes Ei, das unbeschadet überleben?
Ich liebe diesen Augenblick. Aus mehreren Gründen. Ich bastle selber gerne. Als Kind schon. Als heimwerkender Vater mit und ohne meine Kinder freue ich mich jedes Mal, wenn ich diese Bastelfreude bei Workshop-Teilnehmer*innen sehe – und Räume dafür schaffen kann. Es ist gleichzeitig der Moment, in dem die Teams mit wenig Zeit ein Projekt komplett abgeschlossen haben. Stolz stehen sie dann aufgeregt da und strahlen. Es herrscht eine Stimmung, in der es eher lustig ist, wenn eine Rakete komplett versagt oder mit Karacho in die Hotelwand kracht. Das Scheitern macht hier mindestens ebenso viel Spaß wie der Erfolg. Das ist ein Ausnahmezustand. Zumindest in den meisten Organisationen und Kontexten, in denen wir dieses Spiel gespielt haben.
Eine Warnung vorweg: Spätestens mit der Next-Level-Abschussrampe (siehe unten) fliegen diese Raketen wirklich überraschend hoch. Ein zehngeschossiges Haus ist kein Hindernis. Es braucht ein freies Stoppelfeld, einen leeren Park oder Ähnliches, um risikofrei starten zu können.
Nun aber Tacheles. Wie geht das Raketenspiel, was braucht es dafür – und vor allem: wie wird aus dem Spaß ein wirksames Facilitation-Werkzeug?

Warum überhaupt Spiele im Workshop?
Wenn wir miteinander tun, passiert etwas grundlegend anderes, als wenn wir „nur“ miteinander reden. Die Dinge müssen raus aus dem Kopf – erst dann können wir sie wirklich gemeinsam betrachten. Teams erleben sich beim Bauen, Entscheiden, Scheitern und Feiern auf eine Weise, die kein Stuhlkreis-Gespräch der Welt ersetzen kann. Unter emotionaler und geistiger Erregung bleibt von Spiel und Reflexion mehr hängen. Und es macht obendrein auch einfach mehr Spaß.
Das sind Momente, die ins kollektive Gedächtnis wandern. In Nachgesprächen, Monate und manchmal Jahre später, wird die Rakete referenziert, die in die Hotelwand krachte, oder das Ei, das wie durch ein Wunder heil geblieben ist. Solche gemeinsamen Erlebnisse schaffen eine Gesprächsgrundlage, die kein Slide-Deck liefern kann. Wer dieses Prinzip „Dinge raus aus dem Kopf, mit den Händen denken“ anders nutzen möchte, findet mit Lego Serious Play einen verwandten Ansatz für ganz andere Kontexte.
Und manchmal geht es einfach nur um Spaß und Energie. Kein Debriefing, kein Transfer. Auch das ist ein vollkommen legitimer Grund, Raketen in den Himmel zu schießen.
Die Anmoderation – wie du das Spiel ins Spiel bringst
Die Anmoderation ist bei solchen Spielen oft der heikelste Moment. Was sagst du? Wie viel verrätst du? Unsere Erfahrung: so wenig wie möglich.
Im Vorgespräch mit dem Auftraggeber halten wir es bewusst vage: „Wir machen Spaß mit Raketen, und dafür brauchen wir viel Platz.“ Es gibt gute Gründe, warum es ein freies Feld oder ein leerer Park in der Nähe sein muss – und allein diese Ansage steigert die Spannung. Wichtig ist: das Spiel sollte nicht mit seinem vollen Namen in der Agenda stehen, damit niemand vorab googelt.
Im Workshop selbst kündigen wir „Rocket Science“ als Platzhalter an – ein Name, bei dem niemand genau weiß, was passiert, aber irgendwie alle gespannt sind. Die eigentliche Anmoderation halten wir leicht: „Wir machen jetzt was, um den Kopf frei zu kriegen. Wer von euch hat schon mal etwas in die Luft gejagt?“ Das reicht. Lachen, Neugier, los geht’s.
Was wir bewusst nicht tun: den Lernrahmen vorher setzen. Wir sagen nicht „Jetzt kommt eine Übung zu Teamdynamik und Entscheidungsfindung.“ Das wäre wie die Pointe vor dem Witz. Erst im Debriefing wird klar, dass es hier durchaus etwas zu lernen gibt – und diese Erkenntnis wirkt umso stärker, wenn sie von den Teilnehmer*innen selbst kommt.
Profi-Tipp: Das Framing verändert alles. Manchmal ändern wir in Nuancen, wie wir das Spiel ankündigen. „Wir spielen jetzt ein Leadership-Spiel“ – und schon verhalten sich die Leute anders. Wer bewusst ein bestimmtes Thema in den Fokus rücken will, kann hier am Framing drehen. Aber Vorsicht: je spezifischer das Framing, desto stärker lenkst du die Beobachtungen. Wir setzen das gezielt ein, nicht als Standard.
Die Spielziele und Punktevergabe
Die einzelnen Teams erhalten Material, um in der vorgegebenen Zeit eine Rakete zu bauen. Das unverzichtbare Bauteil der Rakete ist dabei eine PET-Flasche, die später auf eine Abschussrampe gesetzt, mit Wasser befüllt und mit einer Luftpumpe auf 6bar Druck „betankt“ wird. Die zu bauende Rakete muss als Passagier ein rohes Ei mit sich tragen. Für die Zielerreichung lassen sich verschiedene Unterziele formulieren, wir setzen etwa:
- Punkte für die erreichte Höhe des Flugs
- Punkte für das Design der Rakete
- Punkte für den Pitch (die Kurzpräsentation), mit dem die Rakete vor dem Abflug angepriesen wird
- Punkte für überlebende Eier
Je nach Team-Anzahl und Laune legen wir die Punktvergabe zum Beispiel vorab so fest:
Flughöhe, Design & Pitch: Platz 1 = 5 Punkte, Platz 2 = 3 Punkte, Platz 3 = 2 Punkte, Platz 4 (und ggf. folgende) = 1 Punkt
Ei/Passagier: kaputt = 0 Punkte, unversehrt = 5 Punkte

Das Material für den Raketenbau
Zusätzlich zum Triebwerk-Modul (siehe Abschussrampen-Anleitung weiter unten) erhalten die Teams Baumaterial. Hier ist der Fantasie keine Grenze gesetzt – es lässt sich gut ein Materialtisch aufbauen, von dem die Teams sich frei bedienen können.
Aber: wir setzen lieber auf Verknappung und gleiche Ressourcen für alle Teams. Denn Verknappung zwingt zu Kreativität. Und rein technisch führt weniger Material zu leichteren, besser ausbalancierten Raketen – und damit zu deutlich besseren Ergebnissen.
Variante A: Verknappung – feste Kiste pro Team
Derzeit hat sich als Mischung für uns je Team eine Kiste durchgesetzt, die Folgendes enthält:
- vorbereitete PET-Flasche als Triebwerk (wird später wiederverwendet)
- weitere PET-Flasche (darf zerschnitten werden)
- 1 Schere
- 1 Cutter
- 1 Meter Ductape
- 2 DIN-A4-Fotokarton
- 1 m Schnur (dünne Kordel)
- 1 Mülltüte
- 1 Luftballon
- Für die Präsentation: Kapa-Boards, Flipchart- oder ähnliches Papier und Stifte
Variante B: Überfluss und Testflüge – iteratives Arbeiten
Wenn es im Workshop-Kontext stärker um agiles, iteratives Arbeiten gehen soll, setzen wir eine andere Variante ein: Material in Hülle und Fülle wird zentral bereitgestellt. Nur die essenziellen Triebkörper gibt es pro Team. Der entscheidende Unterschied: die Teams dürfen während der Bauzeit so viele unbemannte Testflüge machen, wie sie wollen. Erst beim finalen Launch kommt das Ei als Passagier rein.
Wir sagen dann an: „Unbesetzte Testflüge so viele ihr möchtet. Mit Pilot*in erst nach der Bauzeit beim gemeinsamen Start.“
Das ist später Debriefing-Gold. Denn Teams scheitern hier trotz früher Tests – und merken dann, dass sie zwar getestet haben, aber immer nur einzelne Bestandteile. Das Gewicht des Eis? Viel zu spät bedacht. Den Fallschirm unter realen Bedingungen? Nie ausprobiert. Einzelteile testen ist eben nicht dasselbe wie das Gesamtsystem testen. Die Parallelen zum Arbeitsalltag ergeben sich im Debriefing fast von allein.
Wann welche Variante? Wenn der Kontext klar auf iteratives, agiles Arbeiten zielt, immer Variante B. Ansonsten entscheiden wir nach Bauchgefühl, verfügbarer Zeit und – seien wir ehrlich – dem verfügbaren Platz im Gepäck. (Apropos, wenn du mal ganz wenig Platz im Gepäck hast: hier findest du 13 Methoden für große Gruppen, die mit minimalem Material auskommen.)

Der Ablauf des Workshop-Spiels
Optionaler Teststart
Vor der Bauphase ist eine Option, ein PET-Flaschen-Triebwerk beispielhaft starten zu lassen. So sehen die Teams die heftige Kraft, die später auf ihre Raketen und Passagiere einwirken wird. Die Erfahrung zeigt aber, dass es eigentlich lustiger ist, wenn die Teams das hier noch nicht sehen. Das gilt übrigens für die gesamte Vorbereitung: je weniger die Teilnehmer*innen vorher wissen, desto größer der Effekt.
Bauphase
Die Teams bekommen Zeit, ihre Raketen zu bauen und die Kurzpräsentationen vorzubereiten. In Variante A (Verknappung) funktionieren 35–45 Minuten gut. In Variante B (Testflüge) planen wir etwas mehr ein: 45–60 Minuten, damit die Teams auch wirklich iterieren können.
Deine Rolle als Facilitator*in: In dieser Phase baust du nicht mit. Du beobachtest. Geh herum, schau den Teams zu, nimm wahr, wie sie vorgehen. Wie starten sie? Wer übernimmt welche Rolle? Wird diskutiert oder sofort losgebastelt? Werden Ideen verworfen – und wenn ja, wie? Diese Beobachtungen sind dein Kapital fürs Debriefing.
Bei großen Gruppen (ab ca. 30 Personen) lohnt es sich, ein Team zu benennen, das nicht baut, sondern ausschließlich die anderen Teams beobachtet. Diese Beobachtungsgruppe spiegelt dann im Debriefing, was sie gesehen hat – eine zusätzliche Perspektive, die oft überraschende Erkenntnisse liefert. Bei Gruppen über 100 Personen ist ein solches Beobachtungsteam fast schon ein Muss. Wer generell mehr Methoden für große Gruppen sucht, findet in unserem Artikel zu Großgruppen-Teambuilding noch 13 weitere Ideen ohne großes Materialdepot.
Raketen präsentieren
Nach Ende der Bauzeit präsentieren alle Teams ihre Raketen in einem höchstens dreiminütigen Pitch. Hier gibt es das erste Mal Punkte, zum Beispiel, indem sich alle Leute zu der Rakete stellen, deren Präsentation ihnen am besten gefallen hat.
Raketendesign bewerten (optional)
Im gleichen Verfahren wird das beste Design bewertet. Optional deswegen, weil so mit Präsentation und Design zweimal Punkte für „weiche“ Kriterien vergeben werden. Das kann im Debriefing zu wunderbaren Diskussionen führen: Ist es nicht eigentlich viel wichtiger, dass die Rakete hochfliegt und das Ei heil bleibt? Oder zählen Pitch und Außenwirkung genauso? Die Parallelen zur echten Arbeitswelt sind hier oft verblüffend offensichtlich.

Abschussrampen-Gaudi
Gemeinsam geht es zur Abschussstelle. Dann ist es an der Zeit, dass jedes Team die eigene Rakete für den Abschuss vorbereitet und starten lässt. Für den Start muss die Rakete mit Wasser befüllt und dann auf 6bar hochgepumpt werden. 6bar hätte ich mich nicht getraut, aber das ist eine Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (blindes Vertrauen meinerseits – und trotzdem bestehe ich beim Pumpen darauf, dass die Pumper*innen ihr Gesicht von der Rakete abwenden und Abstand halten).
Beim Wasser gibt es eine Weiche: Es lässt sich sehr nerdig ausrechnen, welche Menge Wasser für genau diese Rakete ideal ist. Über den Daumen ist es leichter: etwa ein Drittel des Volumens sollte mit Wasser gefüllt werden. Das sage ich den Teams entweder – oder nicht. Es verändert alles, was danach passiert. Selbst ein Dr. Dr. der Physik hat in einem Workshop mal zwei Drittel als ideal identifiziert. Mich hat die Serviettenrechnung mit den komplizierten Formeln beeindruckt, die Rakete aber rein gar nicht (kein Scherz). Es gibt komplette wissenschaftliche Abhandlungen rund um die ideale Wassermenge und Online-Rechner zum Beziffern ebendieser.
Weiter im Film: Miteinander müssen die Teams jetzt achtgeben, welche Rakete in Sachen Höhe auf welchem Platz landet. Satter Applaus und Handyvideo-Steilvorlagen ergeben sich in dieser Phase von allein.
Schlussbewertung
Es folgt die Endabrechnung und eine Anerkennung aller Leistungen.

Die Dreistufen-Reflexion: Das Debriefing
Unser Debriefing-Modell ist im Kern immer eine Dreistufen-Reflexion. Im Workshop erkläre ich das nicht – ich führe einfach durch die Fragen. Hier im Artikel lege ich die Struktur offen, damit du sie für dich nutzen kannst.
Stufe 1: Was ist im Spiel passiert?
Hier geht es um das unmittelbare Spielgeschehen. Die Teilnehmer*innen sortieren, was sie gerade erlebt haben.
Prozess: Wie hat der Raketenbau in eurem Team begonnen? Wie hat er sich entwickelt, wie hat er geendet?
Überraschungen: Was hat dich überrascht? Was hat dich irritiert?
Entscheidungsfindung: Wann und wie habt ihr euch geeinigt – und wann nicht? Habt ihr Ideen fallen gelassen, und wenn ja, warum?
Rollen: Haben sich Rollen ergeben? Wie und warum? Wie bist du mit Impulsen aus deinem Team umgegangen?
Testen und Integrieren: Was habt ihr getestet und was nicht? Habt ihr einzelne Bestandteile getestet oder das Gesamtsystem? Wann habt ihr das Gewicht des Eis bedacht? Wann war es für euch „gut genug“?
(Die Fragen zum Testen passen besonders gut zu Variante B, funktionieren aber auch in Variante A – denn auch dort hat niemand das Testen verboten.)
Stufe 2: Was hat das mit euch zu tun?
Jetzt wird der Bezug zum eigenen Arbeitskontext hergestellt.
- Was war bei der Aufgabenstellung des Raketenbauens ähnlich wie bei eurer täglichen Arbeit?
- Was war in eurer Gruppenphase ähnlich oder anders als in eurem Arbeitsalltag?
- Inwiefern habt ihr Muster erkannt, die euch bekannt vorkommen?
Stufe 3: Was könnte eure Organisation daraus lernen?
Der Blick weitet sich von der persönlichen Erfahrung auf die Organisation.
- Was an diesem Spiel erinnert dich an die Arbeit in deiner Firma, Abteilung oder deinem Team?
- Inwiefern könnte eure Organisation aus diesem Spiel lernen?
Zur Durchführung: Bewährt hat sich, mit einer stillen Einzelreflexion zu beginnen, dann in Tandems oder Kleingruppen zu gehen und schließlich im Plenum zusammenzuführen. Das gibt auch den Leiseren Raum, ihre Gedanken zu sortieren, bevor die Lautstarken übernehmen.

Aus der Praxis: Ein Beispiel
Neben der Klarheit von Spielzielen, Material und Ablauf wird es an dieser Stelle unschärfer – denn die Wirkung hängt vom Kontext ab. Dazu ein Beispiel aus unseren Kunden-Offsites.
Zu einem zweitägigen Workshop traf sich die Führungsetage eines B2B-Unternehmens, um die Budgetplanung und Prognose für die folgenden Jahre zu besprechen. Das Konzept wurde erstmalig umgestellt: von Einzelgesprächen zwischen Geschäftsleitung und Standortleitern zu Teamwork. Für die knapp 20 Teilnehmer*innen war das kein gewohntes Terrain. Es fiel den Standortteams zu Beginn nicht leicht, aus den eigenen Markteinschätzungen, bestehenden Aufträgen und Prognosen im Austausch mit den anderen ins Handeln zu kommen – also der Ableitung konkreter Annahmen und Schätzungen.
Am frühen Nachmittag lag latent das Gefühl von Steckenbleiben in der Luft. Kurzerhand haben wir das Raketenbauen von Tag 2 auf Tag 1 gezogen. Die Teams haben mit heller Freude gebaut und getüftelt, keine Sekunde gezögert und jeder Idee sofort Taten folgen lassen. Ohne große Reflexion haben die Teams am nächsten Morgen mit ähnlicher Leichtigkeit an ihren Budgetplänen gearbeitet.
Lag das nun zu 100% am genau richtig getakteten Umschwung zum Raketenspiel? Vermutlich nicht. Wäre der Workshop ohne das Spiel genauso gut gelaufen? Vermutlich auch nicht. Kurzum: Wir bewegen uns hier in einem Interpretationsraum mit vielen Unbekannten. Es gibt nicht den einen idealen Weg, so ein Spiel in einen Workshop zu weben. Es kann genau richtig sein, das Spiel einfach nur als Teamübung zu setzen und gar nicht groß explizit darüber zu sprechen. Es kann ebenso richtig sein, eine stille Reflexion durchzuführen und dann in den Austausch zu gehen. Was richtig ist, entscheidet der Kontext.
Was geht vielleicht noch?

Kaum ein Workshop vergeht, bei dem wir uns nicht fragen, ob wir nächstes Mal nicht noch dieses oder jenes anders machen könnten.
Der Marktplatz. Jedes Team hätte Spielgeld bekommen, um sich besonderes Material zu kaufen, oder Hinweise auf die ideale Wassermenge, oder die Erlaubnis, fünf Minuten zu googeln. Das Ganze vielleicht noch in mehreren Runden und festen Zeitslots. Wir hatten das jüngst fast obendrauf gesetzt – und dann nicht mehr genug Vorbereitungszeit. Mal sehen, vielleicht beim nächsten Mal.
Iteration über mehrere Tage. Die Raketenlogik ließe sich strecken. Teams könnten über Tage immer weiter iterieren und Stück für Stück an einer eigenen Rakete bauen, die dann mit Fallschirm, Rettungskapsel und allem Pipapo ausgestattet ist. Damit ließe sich die Perspektive auf Arbeiten in kurzen Zyklen einbauen – sicher nie so prägnant und isoliert wie beim Ball Point Game, aber in einem größeren, greifbareren Rahmen. Wie diese Spiele iteriert werden können, fragen wir uns nicht nur hier, sondern eigentlich immer.
Vier Gruppen, vier Briefings. Eine Idee, die wir mit dem Raketenspiel noch nicht erprobt haben, aber spannend finden: vier Gruppen bekommen die sachlich identische Aufgabenstellung – aber mit unterschiedlichem Framing. Eine Gruppe bekommt ein neutrales, rein aufgabenbezogenes Briefing. Bei einer steckt viel Framing zu Führungsrolle drin, bei einer zu Team und Kollaboration, bei einer zu Konflikten oder Achtsamkeit. Was passiert? Wie unterschiedlich gehen die Teams vor? Was macht das mit dem Debriefing? Wir wissen es noch nicht. Aber allein die Vorstellung finden wir reizvoll.
Methoden-Iteration mit KI. Schon Anfang 2023 hat es Spaß gemacht, über die Iteration unserer Methoden gemeinsam mit KI nachzudenken. Das klappte damals bereits mit dem Murmelbahn-Spiel ganz gut – und gehört heute zu unserem Alltag.
Die Abschussrampen-Anleitungen

Abschussrampe & Triebwerk-Modul für Einsteiger*innen
Du benötigst möglichst konisch zulaufende Korken, die gut auf eine PET-Flasche passen. Mit einem dünnen Bohrer (oder einer dicken Nadel) bohrst du ein Loch durch den Korken. Durch dieses Loch steckst du einen Luftpumpen-Adapter, der sonst etwa für Basketbälle benutzt wird – also diese Nadelaufsätze. Der Korken sollte so kurz sein, dass die Nadel fast komplett hindurchpasst. Am besten ist es, diese Nadel noch fest mit dem Korken zu verkleben.
Die Nadel wird dann auf eine Stand-Fahrradpumpe geschraubt (andere gehen auch, aber nicht so gut). Jetzt wird Wasser in die Flasche gefüllt, der präparierte Korken in die Flasche gesteckt und die Rakete auf eine Abschussrampe gestellt. Als Basis eignet sich zum Beispiel eine Getränkekiste. Es braucht etwas Bastelei, um die Abschussrampe gut anzupassen – die Rakete muss frei stehen und gleichzeitig irgendwie stabilisiert werden. Wenn alles so weit ist, wird so lange gepumpt, bis der Korken knallt und die Rakete loszischt.
Material:
- Luftpumpe
- Ballpumpennadeln (Ventilnadeln)
- Korken
- improvisierte Abschussrampenkonstruktion
Abschussrampe & Triebwerk-Modul Next Level
Die Schlauchverschluss-Abschussrampe von Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist ziemlich genial. Hier werden Gardena-Wasserhahnanschlüsse an die PET-Flaschen montiert und die Abschussrampe hat als Gegenstück einen klassischen Gardena-Schlauchanschluss. Hiermit lässt sich die Flasche kontrolliert auf 6bar hochpumpen und gezielt starten.
Die Bauanleitung der DLR wirkt erst mal etwas erschlagend, ist aber prima – und alles recht easy zu bauen und zu besorgen.
Auf den Fotos ist unsere derzeitige Rampe zu sehen.
Viel Spaß beim Experimentieren mit den Wasserdruck-Raketen. Wir freuen uns, wenn ihr eigene Erfahrungen mit uns teilt.





