High Five #44: Von selbstlernenden Aufstellungsgrooves und verletzlichen Verstärkungspraktiken

Lesedauer: 6 Minuten

Hallo.

Wir haben gerade etwas Ressourcenmangel. Sind überfahren. Sprachlos. Nicht in bester Verfassung. Trotz Hamburg. Immerhin Hamburg. Aber alles andere …

Es ist verführerisch, weiter den Eskalationen des desaströsen Nachrichtenstroms zu folgen und damit auch die letzte Kraft in den Ohnmachtsstrudel zu spülen. 

Wir werden weiter suchen, was unsere Rollen in diesem gesellschaftlichen und politischen Kontext sein können. Mal mit mehr und mal mit weniger Energie. 

Mit zwei kleinen Kniffen wollen wir uns in den Momenten helfen, wenn die eigene Kraft gerade nicht für viel reicht: die Augen bewusst für das öffnen, was gerade gut läuft. Da tat dieser Text in den letzten Tagen zum Beispiel gut.

Und wenn selbst gerade nicht viel machbar ist, dann kennst du vielleicht wen, der gerade etwas Gutes voranbringt. Oder wen, der gerade Beistand braucht. Wie kannst du dieser Person helfen? Kannst du für sie*ihn da sein? Kannst du Ressourcen beisteuern? Für Leichtigkeit sorgen? Kannst du dein Netzwerk aktivieren? Wenn selbst mal nicht viel geht, geht so vielleicht doch einiges!

Viel Spaß beim Lesen,
Dirk, Jörg & Valentin


1. Praktiken des Gelingens: etwas über sich selber lernen

Im letzten Newsletter ging es um die Workshop-Regel Chatham House vs Las Vegas. Dabei kam zu kurz, dass wir Workshop-Regeln schon lange nicht mehr als feste Regeln ansehen, sondern eher als Prinzipien. Und immer seltener hängen wir sie zu Beginn als Sticky-Notes auf. 

Julia Persitzky schrieb uns dazu eine wunderbare E-Mail und berichtete von den Kommunikationslotsen. Dort würden Workshop-Regeln als Praktiken des Gelingens bezeichnet. Denn es gehe ja nie um starre Regeln, „sondern immer darum, gemeinsam etwas zu versuchen/ zu praktizieren/ auszuprobieren, was dazu beiträgt, dass in konstruktiv-freudvoller Atmosphäre die Ziele des Workshops erreicht werden können.“ Das teilen wir aus vollem Herzen. Julia sendete uns weitere „Praktiken des Gelingens“, die wir im Bild zusammengefasst haben. Danke, Julia, für diese tolle Inspiration und für dein schönes Feedback zu unserem Newsletter. 

Wir ergänzen eine weitere „Praktik des Gelingens“: „Wir sind auch hier, um etwas über uns selbst zu lernen.“ Denn das Erlebnis und die Erfahrung, mit einer Gruppe co-kreativ etwas zu gestalten – mit allen Höhen und Tiefen, Frustrationen und Durchbrüchen – bietet immer auch die Gelegenheit, etwas über sich persönlich und über die eigene Gruppe zu lernen. Dieser Aspekt wird von den wenigsten Teilnehmer*innen und Kunden zu Beginn gesehen. Dabei ist die Entwicklungsdimension die zweite zentrale Dimension neben den Sachergebnissen. Diesen Punkt schon zu Beginn eines Workshops zu setzen, richtet bei den Teilnehmer*innen mehr Aufmerksamkeit auf das eigene Verhalten im Gruppenprozess.


2. Anti-allwissend: Sich als Führungskraft verletzlich zeigen

Damit Workshops gelingen und ein Momentum für neues Denken und Handeln entstehen kann, brauchen Menschen Vertrauen in die Gruppe. Es muss ausreichend sicher sein, abweichende und unliebsame Meinungen und Positionen äußern zu können. Dafür ist es sehr hilfreich, wenn Führungskräfte nicht nur den Rahmen setzen und die Richtung vorgeben, sondern sich selbst verletzlich zeigen.

Kürzlich eröffnete eine Person aus der Geschäftsleitung einen Werte-Workshop auf einer Tagung mit 60 Führungskräften so: „Ich habe gestern bei der Vorbereitung dieser Veranstaltung diese Werte-Poster aufgehängt. Ich war in Eile und habe aus Versehen ein Poster mit Tape auf ein Ölgemälde geklebt und dabei das Gemälde beschädigt. Das hat mich in einen großen inneren Widerstreit gebracht, ob ich es dem Hotel sage oder verheimliche. Da Ehrlichkeit und Transparenz wichtige Werte für mich sind, habe ich das Gespräch mit dem Hotel-Manager gesucht und es gemeldet. Das war zunächst sehr unangenehm. Aber es war richtig. Und das fühlt sich gut an.“

Die Verletzlichkeit von Menschen, die hierarchisch weiter oben stehen, ermutigt andere zu sprechen, wenn wir etwa fragen: Wer sieht das komplett anders?


3. Polak-Game trifft Retrospektive: eine agil-futuristische Aufstellung 

Das Polak-Game, über das wir schon hier geschrieben haben, ist ein tolles Werkzeug, um Transformationsdiskurse zu eröffnen. Dabei stellen sich Menschen entlang zweier Achsen mit je zwei Polen im Raum auf: Optimismus-Pessimismus (Achse 1) sowie hoher/niedriger Einfluss (Achse 2).

Besonders eindrücklich wird das Polak-Game, wenn man die Teilnehmer*innen zum Perspektivwechsel einlädt und sie auch andere Positionen erkunden lässt. Dieses Feature führt Stuart Candy in seinem Paper etwas beiläufig aus. Aber die Einladung zum Perspektivwechsel ist für viele erhellend und überraschend. Und der Perspektivwechsel lädt dazu ein, entpersonalisiert Positionen und Meinungen auszusprechen, die bislang nicht geäußert werden konnten. 

Die Aufstellungsmechanik des Polak-Game haben wir nun in ein handliches Retro-Format umgewandelt. Statt nach optimistischen und pessimistischen Einstellungen (Achse 1) zu fragen, geht es dann um entsprechende Erfahrungen im letzten Arbeitszyklus. Achse 2 bleibt wie gehabt bei den Gestaltungsmöglichkeiten.  

Bei uns war das dann so: „Bezogen auf die Arbeit im Vertriebskreis in den letzten sechs Monaten:“

  • Auch wenn nicht alles immer toll war, hat es sich positiv entwickelt (Achse 1, Pol 1)
  • Auch wenn es Lichtblicke gab, hat sich unsere Zusammenarbeit verschlechtert (Achse 1, Pol 2)
  • Diese Entwicklungen konnte ich aktiv mitgestalten und beeinflussen (Achse 2, Pol 1)
  • Diese Entwicklungen konnte ich nicht mitgestalten. Sie lagen jenseits meines Einflusses (Achse 2, Pol 2)

Seither hat uns die Polak-Retro schon mehrmals gute Dienste geleistet.


4. Constellation Closing: Soziometrisch auschecken

Soziometrische Aufstellungen im Raum sind immer kraftvoll. Diese Form von Aktionsmethoden macht die Verhältnisse im Raum sichtbar und bietet sich oft als guter Einstieg eines Workshops an. 

Immer mal wieder nutzen wir soziometrische Aufstellungen auch als Abschluss. Denn es ist immer gut, einen Workshop mit einer Aktion nicht nur zu eröffnen, sondern auch zu schließen. Zuletzt haben wir dafür kurze Aufstellungen zu drei Fragen gemacht und dann jeweils kurz nachgefragt: „Warum stehst du, wo du stehst?“ „Was hättest du gebraucht, um auf einer … (nächst-höhere Zahl) zu stehen?“

  • Frage 1: Der Tag heute war gut investierte Zeit.
  • Frage 2: Wir sind als Gruppe gewachsen.
  • Frage 3: Wir haben jetzt Klarheit über die nächsten Schritte.

Die Positionierung erfolgt auf einer Skala von eins (stimme nicht zu) bis zehn (volle Zustimmung). Interessant war kürzlich ein Teilnehmer, der sich zur ersten Frage bei einer 3 verortete, weil alles so lange gedauert hat und man doch alles viel schneller und direktiver hätte regeln können. Bei Frage 2 verortete er sich bei einer 7 und bei Frage 3 stand er dann bei einer 10: “Jetzt habt ihr mich.” Interessant war, wie sich die Gruppenwahrnehmung des Workshops in der Soziometrie noch einmal gewandelt hat.

Eine weitere Form des soziometrischen Auszuchecken findet sich im Constellation Closing, bei der immer Aussagen gemacht werden und die Teilnehmer*innen je nach Zustimmung oder Ablehnung einen Schritt vor bzw. zurück machen. Also wie bei einem „Alle, die …“ 

  • … heute von der Gruppe oder einer/m Kolleg*in überrascht wurden
  • … sich heute mitunter unwohl oder frustriert gefühlt haben
  • … heute etwas Neues über sich selbst gelernt haben
  • … heute zu etwas Neuem inspiriert wurden

Wenn Zeit bleibt, öffnen wir gerne auch den Raum für Statements, die aus der Gruppe kommen. Wer möchte, kann noch ein Statement anbringen, und jede*r aus der Gruppe gibt dann eine persönliche Einschätzung dazu. 


5. Groovalicious-Verstärker:  Impro-Checkout-Eskalation

Kennst du das? Man hat Werkzeuge, die sind lange gute Begleiter und geraten dann komplett in Vergessenheit. Eines dieser Werkzeuge ist der Groovalicious-Verstärker, der sich kürzlich aus den hinteren Hirnwindungen zurückgemeldet hat. 

Der Groovalicious-Verstärker ist ein schönes Taschenmessertool, um Energie in den Raum zu bringen. Es eignet sich auch als Energizer allgemein. Aber wir setzen es gern als Checkout ein. Dafür stehen alle im Kreis. Person A macht ein Statement über den Tag oder nennt eine Erkenntnis in einem Satz. Die Person rechts davon wiederholt dieses Statement und macht es mit Mimik, Gestik und Worten einen Tick größer, die Person daneben intensiviert es noch mehr und so weiter. Wenn eine Person das Gefühl hat, sie kann diese Aussage nicht weiter steigern, hebt sie wackelnd die Hände und ruft „Groovalicious“ und alle suchen sich eine neue Position im Kreis. Dann startet das Ganze von vorn mit einem neuen Statement.

Diese Technik ist der Impro-Theater-Übung Heightening-Circle entlehnt und bringt eigentlich immer Heiterkeit in den Raum. Kontraindikation: Diese Art von Checkout eignet sich eher nicht für Workshops, in denen es sehr emotional, ernst und tief wurde. 

In diesem Sinne: Groovy! Noch Groovier! Am Groovaliciousten!


Du suchst Begleitung für ein Management-Offsite oder einen komplexen Workshop? Du kommst in deinem Transformationsprozess nicht weiter oder brauchst für dein Event eine Prise Aktionsmethoden?

Schreibe uns gern eine Mail! Und wie immer freuen wir uns auch über Feedback zu diesem Newsletter. 

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Hallo.

Wir haben gerade etwas Ressourcenmangel. Sind überfahren. Sprachlos. Nicht in bester Verfassung. Trotz Hamburg. Immerhin Hamburg. Aber alles andere …

Es ist verführerisch, weiter den Eskalationen des desaströsen Nachrichtenstroms zu folgen und damit auch die letzte Kraft in den Ohnmachtsstrudel zu spülen. 

Wir werden weiter suchen, was unsere Rollen in diesem gesellschaftlichen und politischen Kontext sein können. Mal mit mehr und mal mit weniger Energie. 

Mit zwei kleinen Kniffen wollen wir uns in den Momenten helfen, wenn die eigene Kraft gerade nicht für viel reicht: die Augen bewusst für das öffnen, was gerade gut läuft. Da tat dieser Text in den letzten Tagen zum Beispiel gut.

Und wenn selbst gerade nicht viel machbar ist, dann kennst du vielleicht wen, der gerade etwas Gutes voranbringt. Oder wen, der gerade Beistand braucht. Wie kannst du dieser Person helfen? Kannst du für sie*ihn da sein? Kannst du Ressourcen beisteuern? Für Leichtigkeit sorgen? Kannst du dein Netzwerk aktivieren? Wenn selbst mal nicht viel geht, geht so vielleicht doch einiges!

Viel Spaß beim Lesen,
Dirk, Jörg & Valentin


1. Praktiken des Gelingens: etwas über sich selber lernen

Im letzten Newsletter ging es um die Workshop-Regel Chatham House vs Las Vegas. Dabei kam zu kurz, dass wir Workshop-Regeln schon lange nicht mehr als feste Regeln ansehen, sondern eher als Prinzipien. Und immer seltener hängen wir sie zu Beginn als Sticky-Notes auf. 

Julia Persitzky schrieb uns dazu eine wunderbare E-Mail und berichtete von den Kommunikationslotsen. Dort würden Workshop-Regeln als Praktiken des Gelingens bezeichnet. Denn es gehe ja nie um starre Regeln, „sondern immer darum, gemeinsam etwas zu versuchen/ zu praktizieren/ auszuprobieren, was dazu beiträgt, dass in konstruktiv-freudvoller Atmosphäre die Ziele des Workshops erreicht werden können.“ Das teilen wir aus vollem Herzen. Julia sendete uns weitere „Praktiken des Gelingens“, die wir im Bild zusammengefasst haben. Danke, Julia, für diese tolle Inspiration und für dein schönes Feedback zu unserem Newsletter. 

Wir ergänzen eine weitere „Praktik des Gelingens“: „Wir sind auch hier, um etwas über uns selbst zu lernen.“ Denn das Erlebnis und die Erfahrung, mit einer Gruppe co-kreativ etwas zu gestalten – mit allen Höhen und Tiefen, Frustrationen und Durchbrüchen – bietet immer auch die Gelegenheit, etwas über sich persönlich und über die eigene Gruppe zu lernen. Dieser Aspekt wird von den wenigsten Teilnehmer*innen und Kunden zu Beginn gesehen. Dabei ist die Entwicklungsdimension die zweite zentrale Dimension neben den Sachergebnissen. Diesen Punkt schon zu Beginn eines Workshops zu setzen, richtet bei den Teilnehmer*innen mehr Aufmerksamkeit auf das eigene Verhalten im Gruppenprozess.


2. Anti-allwissend: Sich als Führungskraft verletzlich zeigen

Damit Workshops gelingen und ein Momentum für neues Denken und Handeln entstehen kann, brauchen Menschen Vertrauen in die Gruppe. Es muss ausreichend sicher sein, abweichende und unliebsame Meinungen und Positionen äußern zu können. Dafür ist es sehr hilfreich, wenn Führungskräfte nicht nur den Rahmen setzen und die Richtung vorgeben, sondern sich selbst verletzlich zeigen.

Kürzlich eröffnete eine Person aus der Geschäftsleitung einen Werte-Workshop auf einer Tagung mit 60 Führungskräften so: „Ich habe gestern bei der Vorbereitung dieser Veranstaltung diese Werte-Poster aufgehängt. Ich war in Eile und habe aus Versehen ein Poster mit Tape auf ein Ölgemälde geklebt und dabei das Gemälde beschädigt. Das hat mich in einen großen inneren Widerstreit gebracht, ob ich es dem Hotel sage oder verheimliche. Da Ehrlichkeit und Transparenz wichtige Werte für mich sind, habe ich das Gespräch mit dem Hotel-Manager gesucht und es gemeldet. Das war zunächst sehr unangenehm. Aber es war richtig. Und das fühlt sich gut an.“

Die Verletzlichkeit von Menschen, die hierarchisch weiter oben stehen, ermutigt andere zu sprechen, wenn wir etwa fragen: Wer sieht das komplett anders?


3. Polak-Game trifft Retrospektive: eine agil-futuristische Aufstellung 

Das Polak-Game, über das wir schon hier geschrieben haben, ist ein tolles Werkzeug, um Transformationsdiskurse zu eröffnen. Dabei stellen sich Menschen entlang zweier Achsen mit je zwei Polen im Raum auf: Optimismus-Pessimismus (Achse 1) sowie hoher/niedriger Einfluss (Achse 2).

Besonders eindrücklich wird das Polak-Game, wenn man die Teilnehmer*innen zum Perspektivwechsel einlädt und sie auch andere Positionen erkunden lässt. Dieses Feature führt Stuart Candy in seinem Paper etwas beiläufig aus. Aber die Einladung zum Perspektivwechsel ist für viele erhellend und überraschend. Und der Perspektivwechsel lädt dazu ein, entpersonalisiert Positionen und Meinungen auszusprechen, die bislang nicht geäußert werden konnten. 

Die Aufstellungsmechanik des Polak-Game haben wir nun in ein handliches Retro-Format umgewandelt. Statt nach optimistischen und pessimistischen Einstellungen (Achse 1) zu fragen, geht es dann um entsprechende Erfahrungen im letzten Arbeitszyklus. Achse 2 bleibt wie gehabt bei den Gestaltungsmöglichkeiten.  

Bei uns war das dann so: „Bezogen auf die Arbeit im Vertriebskreis in den letzten sechs Monaten:“

  • Auch wenn nicht alles immer toll war, hat es sich positiv entwickelt (Achse 1, Pol 1)
  • Auch wenn es Lichtblicke gab, hat sich unsere Zusammenarbeit verschlechtert (Achse 1, Pol 2)
  • Diese Entwicklungen konnte ich aktiv mitgestalten und beeinflussen (Achse 2, Pol 1)
  • Diese Entwicklungen konnte ich nicht mitgestalten. Sie lagen jenseits meines Einflusses (Achse 2, Pol 2)

Seither hat uns die Polak-Retro schon mehrmals gute Dienste geleistet.


4. Constellation Closing: Soziometrisch auschecken

Soziometrische Aufstellungen im Raum sind immer kraftvoll. Diese Form von Aktionsmethoden macht die Verhältnisse im Raum sichtbar und bietet sich oft als guter Einstieg eines Workshops an. 

Immer mal wieder nutzen wir soziometrische Aufstellungen auch als Abschluss. Denn es ist immer gut, einen Workshop mit einer Aktion nicht nur zu eröffnen, sondern auch zu schließen. Zuletzt haben wir dafür kurze Aufstellungen zu drei Fragen gemacht und dann jeweils kurz nachgefragt: „Warum stehst du, wo du stehst?“ „Was hättest du gebraucht, um auf einer … (nächst-höhere Zahl) zu stehen?“

  • Frage 1: Der Tag heute war gut investierte Zeit.
  • Frage 2: Wir sind als Gruppe gewachsen.
  • Frage 3: Wir haben jetzt Klarheit über die nächsten Schritte.

Die Positionierung erfolgt auf einer Skala von eins (stimme nicht zu) bis zehn (volle Zustimmung). Interessant war kürzlich ein Teilnehmer, der sich zur ersten Frage bei einer 3 verortete, weil alles so lange gedauert hat und man doch alles viel schneller und direktiver hätte regeln können. Bei Frage 2 verortete er sich bei einer 7 und bei Frage 3 stand er dann bei einer 10: “Jetzt habt ihr mich.” Interessant war, wie sich die Gruppenwahrnehmung des Workshops in der Soziometrie noch einmal gewandelt hat.

Eine weitere Form des soziometrischen Auszuchecken findet sich im Constellation Closing, bei der immer Aussagen gemacht werden und die Teilnehmer*innen je nach Zustimmung oder Ablehnung einen Schritt vor bzw. zurück machen. Also wie bei einem „Alle, die …“ 

  • … heute von der Gruppe oder einer/m Kolleg*in überrascht wurden
  • … sich heute mitunter unwohl oder frustriert gefühlt haben
  • … heute etwas Neues über sich selbst gelernt haben
  • … heute zu etwas Neuem inspiriert wurden

Wenn Zeit bleibt, öffnen wir gerne auch den Raum für Statements, die aus der Gruppe kommen. Wer möchte, kann noch ein Statement anbringen, und jede*r aus der Gruppe gibt dann eine persönliche Einschätzung dazu. 


5. Groovalicious-Verstärker:  Impro-Checkout-Eskalation

Kennst du das? Man hat Werkzeuge, die sind lange gute Begleiter und geraten dann komplett in Vergessenheit. Eines dieser Werkzeuge ist der Groovalicious-Verstärker, der sich kürzlich aus den hinteren Hirnwindungen zurückgemeldet hat. 

Der Groovalicious-Verstärker ist ein schönes Taschenmessertool, um Energie in den Raum zu bringen. Es eignet sich auch als Energizer allgemein. Aber wir setzen es gern als Checkout ein. Dafür stehen alle im Kreis. Person A macht ein Statement über den Tag oder nennt eine Erkenntnis in einem Satz. Die Person rechts davon wiederholt dieses Statement und macht es mit Mimik, Gestik und Worten einen Tick größer, die Person daneben intensiviert es noch mehr und so weiter. Wenn eine Person das Gefühl hat, sie kann diese Aussage nicht weiter steigern, hebt sie wackelnd die Hände und ruft „Groovalicious“ und alle suchen sich eine neue Position im Kreis. Dann startet das Ganze von vorn mit einem neuen Statement.

Diese Technik ist der Impro-Theater-Übung Heightening-Circle entlehnt und bringt eigentlich immer Heiterkeit in den Raum. Kontraindikation: Diese Art von Checkout eignet sich eher nicht für Workshops, in denen es sehr emotional, ernst und tief wurde. 

In diesem Sinne: Groovy! Noch Groovier! Am Groovaliciousten!


Du suchst Begleitung für ein Management-Offsite oder einen komplexen Workshop? Du kommst in deinem Transformationsprozess nicht weiter oder brauchst für dein Event eine Prise Aktionsmethoden?

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