Allzu oft sind Workshops eng getaktet und es soll mehr auf die Agenda, als die Zeit hergibt. Sich unter diesen Bedingungen Zeit zu nehmen und gemeinsam Musik zu hören, ist eine der vielen kontraintuitiven Dinge, mit denen man als Facilitator*in überraschen kann.
Beim Back2Back-Listening aus den Liberating Structures sitzen zwei Personen Rücken an Rücken und hören ein Lied. Ihre Aufgabe: intensiv zuhören und auf möglichst viele Details achten. Nach zwei bis drei Minuten stoppt die Musik. Jetzt teilen beide ihre Beobachtungen miteinander: Was ist dir in der Musik aufgefallen? Was hat das mit dir gemacht? Anschließend läuft das Lied erneut, aber diesmal hören die Teilnehmer*innen das Lied aus der Perspektive des Gegenübers. Es hilft, dafür auch die Plätze zu tauschen.
Kürzlich haben wir das Back2Back-Listening zu Beginn des zweiten Tages eines Team-Offsites genutzt. War die Stimmung zuvor angespannt, war sie gleich im Anschluss gelöster. Viele waren sanfter miteinander und voneinander überrascht. Nicht nur der Perspektivwechsel, sondern auch der Moduswechsel erfüllte die Gruppe.
Danke an Julia von Grundherr für diesen Hinweis.
Dieser Artikel ist Teil des Newsletters High Five #48.




