Damit Workshops gelingen und ein Momentum für neues Denken und Handeln entstehen kann, brauchen Menschen Vertrauen in die Gruppe. Es muss ausreichend sicher sein, abweichende und unliebsame Meinungen und Positionen äußern zu können. Dafür ist es sehr hilfreich, wenn Führungskräfte nicht nur den Rahmen setzen und die Richtung vorgeben, sondern sich selbst verletzlich zeigen.
Kürzlich eröffnete eine Person aus der Geschäftsleitung einen Werte-Workshop auf einer Tagung mit 60 Führungskräften so: „Ich habe gestern bei der Vorbereitung dieser Veranstaltung diese Werte-Poster aufgehängt. Ich war in Eile und habe aus Versehen ein Poster mit Tape auf ein Ölgemälde geklebt und dabei das Gemälde beschädigt. Das hat mich in einen großen inneren Widerstreit gebracht, ob ich es dem Hotel sage oder verheimliche. Da Ehrlichkeit und Transparenz wichtige Werte für mich sind, habe ich das Gespräch mit dem Hotel-Manager gesucht und es gemeldet. Das war zunächst sehr unangenehm. Aber es war richtig. Und das fühlt sich gut an.“
Die Verletzlichkeit von Menschen, die hierarchisch weiter oben stehen, ermutigt andere zu sprechen, wenn wir etwa fragen: Wer sieht das komplett anders?






